Weiter Bananen-Alarm in Hörde

Der Künstler Thomas Baumgärtel will auf diesem Hochofen auf dem Gelände von Phoenix West eine riesige Stahlbanane  anbringen. Fotomontage: Franz Luthe
Der Künstler Thomas Baumgärtel will auf diesem Hochofen auf dem Gelände von Phoenix West eine riesige Stahlbanane anbringen. Fotomontage: Franz Luthe
Foto: WR

Hörde.. Wäre sie echt, könnte sie schon verschimmelt sein. Doch die Banane, die der Kölner Spraykünstler Thomas Baumgärtel dem ehemaligen Hochofen von Phoenix-West in Hörde aufsetzen will, wird aus Stahl sein und ist bisher nur auf dem Reißbrett zu sehen. Die rund 350 000 Euro teure Aktion – ein Geschenk des Künstlers an die Stadt Dortmund – ging zwar im Kulturhauptstadtjahr 2010 aus Kostengründen baden. Doch das ist kein Grund für Baumgärtel, die Zeichnung zu den Akten zu legen.

Der Bauantrag lief am 31. Dezember 2010 aus, doch der Künstler hat schon einen neuen gestellt, der am 3. Januar beim Planungsamt einging. Die Planungsgruppe Drathler sowie die NRW-Urban GmbH, zuständig für die Vermarktung des Hochofens, haben Baumgärtel noch bis zum 30. Juni 2011 grünes Licht für seine Installation gegeben.

Der Kölner, der mehr als zwei Jahre an dieser Idee gearbeitet hat, ist aber weiterhin auf der Suche nach Sponsoren. Noch im Dezember fand er einen Unternehmer, „der mir das alles zusammenschweißen will“. Auch der Stahl für die 30 Meter große Spraybanane wird gesponsert. Es fehlten jedoch noch etwas mehr als 50 000 Euro, um das Projekt verwirklichen zu können. Nur die Stadt Dortmund, die habe sich bisher noch nicht eingebracht: „Ich habe ein bisschen mehr Unterstützung erwartet“.

Die Bananeninstallation sei kein städtisches Projekt, nennt Stadt-Pressesprecherin Dagmar Papajewski den Grund für die Zurückhaltung. Trotzdem sei man weiterhin offen für die Aktion, „obwohl die ja eigentlich nur ein Kulturhauptstadtprojekt war“. Die Installation mit dem Projektnamen „Phoenix aus der Asche“ ist zudem nicht von Dauer – nach etwa einem halben Jahr müsste Baumgärtel die Banane auf dem Hochofen wieder abbauen.

So sieht auch die Planung des Künstlers aus. Es sei denn, der neue Eigentümer, nach dem NRW-Urban noch sucht, wolle die Spraybanane behalten. Wenn nicht, hat Baumgärtel eine andere Lösung. Er will das Objekt der Stadt schenken, die es an einem ebenerdigen Ort aufstellen könnte. Das Kulturdezernat hat dazu bisher noch keine Stellungnahme abgegeben. Vorstellbar ist, dass es schwierig werden könnte, eine geeignete Stelle für so eine riesige Stahlbanane zu finden.

Denn nicht überall stößt das Projekt auf Wohlgefallen. Hörder Künstler und Bürger hatten schon im vergangenen Jahr vehement gegen Baumgärtels Bananenplanung am ehemaligen Stahlstandort Phoenix-West protestiert. Für etliche Hörder ist eine Banane auf diesem altehrwürdigen Industriedenkmal undenkbar. Manch einer droht inzwischen sogar mit Sabotage am Objekt, wenn es denn steht.

Den Künstler stört das nicht. Er hält weiterhin an seiner Idee fest: „Christo hat 24 Jahre darauf gewartet, dass er den Berliner Reichstag verhüllen durfte. Ich habe auch einen langen Atem“. Bis wann der reicht, werden wohl hauptsächlich die Sponsoren mitentscheiden. Und eine Stahlbanane kann zwar keinen Schimmel ansetzen, Rost aber schon.

 

EURE FAVORITEN