Türen auf für U3 und Ganztag

Katrin Kroemer
Für Greta (4) ist das Zwergenklo in der Kita St. Kunigunde schon zu klein. Es wartet jetzt auf Kids aus der U3-Betreuung. Fotos: Klaus Pollkläsener.
Für Greta (4) ist das Zwergenklo in der Kita St. Kunigunde schon zu klein. Es wartet jetzt auf Kids aus der U3-Betreuung. Fotos: Klaus Pollkläsener.
Foto: Iris-MEDIEN
Die Gemeinde St. Kaiser Heinrich hat in ihren Kindergarten St. Kunigunde eine Menge Geld gesteckt und und unter anderem die Voraussetzungen für eine Betreuuung der unter Dreijährigen zu schaffen. Doch in diesem Jahr dürfen die Knirpse an der Höchstener Straße noch nicht aufgenommen werden.

Höchsten. Die Gemeinde St. Kaiser Heinrich auf dem Höchsten ist ratlos: Erst hat sie auf Anfrage der Stadt hin ihren Kindergarten St. Kunigunde für Kinder unter 3 Jahren (U3) erweitert und fit gemacht – und nun können die Minis in diesem Jahr noch gar nicht aufgenommen werden.

Am mangelnden Interesse an diesem Betreuungsangebot auf dem Höchsten liegt das nicht. „Die Nachfrage nach solchen Plätzen ist da“, weiß Diana Schwiderski vom Kunigunde-Team. Jedoch: Derzeit, befand das Jugendamt, gibt es in diesem Bereich noch zu viele Kinder ab 3 Jahren ohne Kindergartenplatz. Die haben aber einen Rechtsanspruch und müssen deshalb zuerst versorgt werden.

Die Rechnung ist kompliziert, bestätigt Anke Widow von der Stadt. Wenn Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden, schrumpft wegen des besonderen Betreuungsbedarfs jede Gruppe automatisch von 25 auf 20 Kinder. Und von diesen 20 wären dann fünf auch noch jünger als Drei – also zehn Plätze pro Gruppe, die dann für sogenannte „Regelkinder“ wegfielen.

Drei Gruppen mit jeweils 25 Kindern hat der integrativ arbeitende Kindergarten St. Kunigunde unter der Leitung von Ulrike Veit heute. Den hat die Gemeinde inzwischen nach allen Regeln der Kunst aufgemöbelt: Ein Schlafbereich für die U3-Kinder, ein „Zwergenklo“, gesonderte Außenanlagen für die U3-Kids wurden errichtet.

Gleichzeitig wurde der Kindergarten saniert, die Waschräume modernisiert und Küchen in die Gruppenräume eingebaut. Außerdem gab’s über Ostern noch einen komplett neuen Fußboden. Finanziell hat der Förderverein des Kindergartens hier kräftig geholfen. Und die Gemeinde stemmte auch noch den kommunalen Anteil von 10 Prozent der Förderkosten, den die Stadt nicht leisten konnte.

Und hadert nun mit einem weiteren „Deckel“: Obwohl viele Eltern eine Ganztagsbetreuung wünschen, dürfe der Kindergarten nur zehn solcher Plätze von 7 bis 16 Uhr anbieten, klagt die Gemeinde.

Doch im komplizierten rechtlichen Zahlenwerk für Kindergärten malt Stadtsprecherin Anke Widow Hoffnungsschimmer für St. Kunigunde an die Wand: „Die Stadt hat bei allen Trägern angefragt und wer sich auf den Weg zu U3 gemacht hat, geht auch langfristig in die richtige Richtung.“ Stimme die Bedarfslage, sei ab 2013 folgendes für St. Kunigunde möglich:

Zwei Gruppen behalten wie bisher je 25 Kinder, davon 10 in der Ganztagsbetreuung. Die 3. Gruppe könnte dann 14 Kids zwischen 3 und 6 Jahren und sechs „Zwerge“ unter 3 Jahren aufnehmen – jeweils die Hälfte davon mit Ganztagsangebot. Und im Ganztages-Bereich gebe es bereits jetzt den Spielraum, im Rahmen der Genehmigung das Angebot auf 13 Plätze auszuweiten – Hoffnungsschimmer für Eltern auf dem Höchsten.

Ansehen erwünscht:

Der Kindergarten St. Kunigunde auf dem Höchsten lädt interessierte Höchstener nach erfolgtem Anbau eines Bereiches für unter Dreijährigen (U3) zu einem Besuch ein.

Alle Interessierten können sich den erweiterten und zudem renovierten Kindergarten an der Höchstener Straße 78 am Sonntag, 29. April, ansehen.

Tag der offenen Tür ist dann von 11 bis 13 Uhr.