Tage der „Berghofer Hütte“ sind gezählt

Horst-Dieter Czembor
Das Berghofer SGV-Dreigestirn an der idyllisch gelegeneSGV-Hütte in Refflingsen.: Arnim Steltman , Gerda Tillmann und Anton Vöckel (v.l.). (Fotos: Horst-Dieter Czembor)
Das Berghofer SGV-Dreigestirn an der idyllisch gelegeneSGV-Hütte in Refflingsen.: Arnim Steltman , Gerda Tillmann und Anton Vöckel (v.l.). (Fotos: Horst-Dieter Czembor)
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Berghofen.  Als sie am 21. Juli 1929 eingeweiht wurde, war sie ein Juwel. Heute ist sie zwar immer noch ein Schmuckstück, jedoch im Laufe der Jahrzehnte ist sie auch eine Belastung geworden: Die Wanderhütte der SGV-Abteilung Berghofen in Refflingsen.

Gerda Tillmann, über 25 Jahre Vorsitzende der Berghofer Wanderer: „Uns fehlen für die Arbeiten heute männliche Helfer, denn alles können wir aktiven Frauen auch nicht allein schaffen.“

Auch die finanzielle Seite ist für die Abteilung nicht mehr so leicht zu stemmen: Jährlich müssen über 1000 Euro in den Unterhalt der Hütte in der Nähe der früheren Ausflugsgaststätte „Schäfer am Ufer“ investiert werden. Geld, das aus den Beiträgen der knapp 90 Mitglieder und den Einnahmen aus dem Hüttenbetrieb aufgebracht werden muss. „Jeder verdiente Cent“ wird in den Wanderertreff rückinvestiert.

Die Abteilung nutzt die Hütte, die rund 15 Kilometer vom „eigenen Dorf“ idyllisch am Waldrand nahe der Grürmanns Heide gelegen ist, regelmäßig. Einmal monatlich findet nicht nur der „Hüttendienst“ mit Aufräumen und Reinemachen statt, auch die Geselligkeit und Wanderkameradschaft kommt dabei nicht zu kurz. Auch befreundete Abteilungen kommen gern und oft nach Refflingsen, sie schätzen die Abgeschiedenheit und die ruhige Lage abseits des Großstadtlärms.

Zur Zeit ist Anton Vöckel als Hüttenwart für den Betrieb verantwortlich, an seiner Seite Arnim Steltmann, der über 20 Jahre seinen Dienst als 1. Hüttenwart versehen hat: „Bei uns können auch SGV-Wanderer, die wir kennen, übernachten. Bis zu acht Schlafgelegenheiten bieten wir nach Voranmeldung an“, sagt er stolz.

Lange wird es die beliebte Hütte, in die die Abteilung auch einmal im Jahr zum beliebten „Hordentopfessen“ aus dem großen Kochtopf einlädt, wohl aber nicht mehr geben: 2015 läuft der Pachtvertrag für das Grundstück mit dem Gast- und Landwirt Schäfer aus, vor einer Verlängerung scheut Gerda Tillmann „wegen mangelnder Männer“ zurück. „Schade“, sagt Karin Steltmann, die seit 48 Jahren dem SGV treu ist, „aber mein Goldjubiläum in zwei Jahren werde ich noch in unserer Hütte feiern können...“