So leben die jungen Flüchtlinge in Lücklemberg

Vor einer Woche sind die ersten minderjährigen Flüchtlinge in das ehemalige Hotel "Zum kühlen Grunde" an der Galoppstraße eingezogen. Nun leben dort 35 Jugendliche. Wir erklären, wie ihr Tag abläuft.

Lücklemberg. 24 Stunden ist im Heim jemand für die Flüchtlinge da, denn die Helfer arbeiten in einem Drei-Schicht-System. Alles ist gut durchorganisiert. Der Tag der jungen Flüchtlinge aus Syrien, Marokko oder dem Irak startet früh. Von halb 8 bis halb 9 gibt es Frühstück.

Danach steht Deutschunterricht an. Den geben Einrichtungsleiterin Kristina Senne-Wawrzonkowska und eine Kollegin von den Johannitern. Bald soll aber auch der Rest des zwölfköpfigen Teams integriert werden, damit jeder mal den Unterricht übernehmen kann. Danach gibt es Mittagessen." Nicht nur mich nennen sie schon Mama, sondern auch die Küchenhilfe. Das Essen scheint zu schmecken", sagt die Leiterin.

Verantwortung übernehmen

Nach dem Mittagessen wird aufgeräumt. Es gibt einen Spüldienst, einen Außendienst und einen Flurdienst. Das sei wichtig, damit die Jugendlichen Verantwortung übernehmen. Und das klappt super. Das Team ist begeistert, wie arbeitswillig die jungen Flüchtlinge sind.

Die Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sind stolz, in Deutschland zu sein. Was sie zuvor erleben mussten, danach wird nicht explizit gefragt. Wenn sie erzählen wollen, dann können sie das jederzeit tun. Ihre Freizeit können sie ebenfalls so gestalten wie sie es möchten. Einzige Voraussetzung: Sie müssen sich ab- und wieder anmelden.

Große Hilfsbereitschaft

Die Hilfsbereitschaft der Anwohner ist riesig. Viele fragen, ob sie mit ihnen joggen gehen können oder sie mit in den Zoo nehmen dürfen. "Ich bin sprachlos von der großen Mithilfe", sagt Kristina Senne-Wawrzonkowska. Jetzt hat der Förderverein der Olpketal-Grundschule ein Backgammon-Spiel und einen Kickertisch gestiftet. Weitere Projekte wie eine Werk-AG oder eine Tanz-AG sind noch in Planung.

Wer für das Heim spenden will, sollte sich vorher erkundigen, was noch benötigt wird. Zum Beispiel Winterkleidung, Schuhe, Gesellschaftsspiele, Puzzles oder Schreibwaren. Kontakt zu Martin Vollmer gibt es unter Tel. (0231) 44 23 23 21.

Jana Thiemann