Sieben Leben für die Musik

Foto: Ina Hornemann
Syburg.Als Fünfjähriger blies er auf der Fußbank einer Diakonisse eifrig in seine erste Blockflöte. Doch Hans Martin Langmaack (79) wollte mehr.

Syburg.. Als Fünfjähriger blies er auf der Fußbank einer Diakonisse eifrig in seine erste Blockflöte. Doch Hans Martin Langmaack (79) wollte mehr: Nach dem Geigenspiel kam die Leidenschaft für den Gesang. In zahlreichen Chören wirkte er mit, doch das reichte irgendwann auch nicht mehr. Als die neue Orgel in St. Peter auf der Syburg eingeweiht wurde, war sie dem ehemaligen Presbyter zu schade nur für Gottesdienste. Noch am Tag der Einweihung, am 10. Mai 1998, schlug er Prof. Dr. Willi Gundlach (82) die Gründung einer Konzertreihe vor.

Der Dozent für Musik und ihre Didaktik an der Universität Dortmund war ebenso begeistert von dieser Idee, wie seine Ehefrau Margarethe (80). So wurden die „Syburger Sonntagsmusiken“ ins Leben gerufen, die am 6. Mai zu ihrem 100. Konzert einladen werden. Sieben Mitglieder hat der Kreis heute, fünf davon hoben die Initiative unter dem Dach der Evangelischen Kirchengemeinde Syburg – Auf dem Höchsten aus der Taufe. Unter ihnen auch Pfarrer Frank Thomaschewski (48), dessen musikalisches Selbstverständnis in einem Kinderchor der Ev. Kirche in Kamen vor mehr als 40 Jahren geprägt wurde. Und Elisabeth Arph-Hartmann war schon beim Kammerchor der Uni Dortmund dabei, den Prof. Gundlach im Jahr 1978 gegründet hatte. So ließ sie sich nicht lange dazu überreden, ebenfalls in Syburg kräftig mitzumischen. Astrid Händel-Meyers und Christel Saggau stießen kurze Zeit später zu dem Quintett. Alle wohnen seit Jahrzehnten in Syburg und Buchholz und sie verbindet die große Liebe zur klassischen Musik. Die wollen sie gern mit anderen Menschen teilen und freuen sich nun über den Erfolg ihrer langjährigen ehrenamtlichen Aktion.

Die Kirche St. Peter ist bei jedem Konzert gut besetzt, denn die Künstler, die das Team ins Kirchenschiff holt, garantieren für musikalischen Hochgenuss. Wie das Ensemble Aska aus Tokyo (Konzert-Nummer 59), das im Mai 2005 mit traditioneller japanischer Musik für bleibende Erinnerungen bei den Zuhörern und Veranstaltern sorgte.

Alle Entscheidungensind einvernehmlich

Die Klangvielfalt ist gewaltig. Viele junge Nachwuchskünstler sind unvergessen, besonders von den Musikhochschulen Köln, Düsseldorf und Weimar. „Das waren echte Highlights“, schwelgt Christel Saggau in Erinnerungen. Und auch die Orgel kommt immer wieder zum Einsatz. Dank Prof. Gundlach, der als Koordinator unermüdlich bekannte Künstler ins Konzert-Boot holte. Die werden bei den sechswöchigen Treffen des Teams vorstellt und kommen, bevor sie gastieren dürfen, auf den Prüfstand: „Wir fällen unsere Entscheidungen immer einvernehmlich“, betont Margarte Gundlach.

Bis heute setzt sich das Team große Ziele: Bei der Auswahl der Musikerinnen und Musiker sollten sich instrumentale und vokale Ensembles abwechseln und das auf hohem Niveau. Das geht nicht ohne Geld. Deshalb freut sich die Initiative über jede noch so kleine Spende. „Bei uns herrscht immer Ebbe in der Kasse“, sagt Kassierer Langmaack. Doch für die Künstler-Honorare hat es trotz des geringen Eintrittspreises in Höhe von 8 Euro pro Person bisher immer gereicht. Für die Verteilung des Programms, das zweimal im Jahr erscheint, und die Ausschmückung der Kirche für die Konzerte stehen noch einmal rund 20 ehrenamtliche Helfer bereit.

Schon lange sind die Syburger Sonntagsmusiken bis über die Grenzen Dortmunds hinaus bekannt und werden allgemein geschätzt. Auch bei den Musikerinnen und Musiker, die inzwischen selbst darum bitten, in St. Peter auftreten zu dürfen. „Bis Mitte 2013 haben wir ein volles Programm. Erst danach können wir wieder neue Musiker verpflichten“, sagt Organisatorin Elisabeth Arph-Hartmann.

 
 

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