Marie Reinders Realschule schärft ihr Profil

Hörde: Marie-reinders-Realschule
Hörde: Marie-reinders-Realschule
Foto: WR

Hörde. Die Marie-Reinders-Realschule legt Wert auf den guten Ton. Buchstäblich im Unterricht der Musikprofil-Schule und auch beim Schulklima. Genau darum werden an der Hochofenstraße die Wünsche der Kinder groß geschrieben. Ebenso wie die Bedürfnisse der Eltern in diesem Stadtteil. Und deshalb gewinnt die „Marie“ durch ein neues offenes Betreuungsangebot nach den Herbstferien noch weiter an Profil.

Das Gesamtkonzept der Traditionsschule im „neuen Hörde“ zwischen Phönix-West und Phönix-See hat Rektor Jörg Skubinn dabei fest im Blick. Seine Schule, die altehrwürdige „Marie“, hat sich bisher in zwei Bereichen besonders profiliert: Der Musik und „MINT“ – kurz für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Allein 75 Kinder in den 5. und 6. Klassen haben in Hörde das Musikprofil gewählt, finden in ihren Bläser- oder Gitarrenklassen spezielle Förderung. Und die hört an den „normalen“ Unterrichtsgrenzen auch nicht auf: Nachmittags kommt die Musikschule an die Hochofenstraße, entlastet die Eltern.

Genau da setzt jetzt auch die künftige offene Betreuung an, erklärt Skubinn: Zuverlässige Unterbringung in der Schule bis 15 Uhr – und das wirklich nur bei Bedarf. Die ehemalige recht verrottete Hausmeisterwohnung im Souterrain des Alt-Gebäudes wurde dafür aufgemöbelt.

Ein leuchtend blauer Boden, eine Essenausgabe, Platz für 60 Kinder mit Selbstlernzentrum und Internet-Café – so stellt sich die Schule „bedarfsgerecht für den Stadtteil“ auf, erklärt der Rektor. Die Betreuung sichert die Jugendhilfe St. Elisabeth, Essen gibt es von Familie Kremer, die auch schon den Kiosk in der Schule betreibt. Geplant ist ein Kostenbeitrag von 2,50 € pro Essen, wer das nicht zahlen kann bekommt Hilfe aus dem Programm „Miteinander essen“ der ev. Gemeinde Hörde. Anmeldung in der Regel einen Tag vorher, im Notfall geht’s aber auch spontan.

Neben dem künftigen flexiblen Angebot gibt es längst die feste Betreuung, täglich bis Viertel nach drei. Hier werden unter Obhut ebenfalls der Jugendhilfe St. Elisabeth auch Hausaufgaben garantiert erledigt. „Familien müssen ihre Kinder vernünftig gefördert wissen“, weiß Skubinn und ist stolz darauf, dass 75 Prozent der „Mariechen“ später das Abitur machen.

Bei den vielen fortschrittlichen Ideen geht’s aber durchaus auch klassisch zu. Gestern buchstäblich bei „Klassik im Klassenzimmer“, einem Projekt der Dortmunder Philharmoniker mit „Rhapsody in School“. Musiklehrerin Sabine Strasburger hatte dieses Projekt einmal mehr auf die Bühne im lichten Neubau geholt. Die niederländische Weltklasse-Geigerin Frederieke Saeijs und Fünftklässlerin Hannah Bauert entlockten ihren Instrumenten gemeinsam das als „Eurovisions-Melodie“ bekannte Tedeum, begleitet von Bläsern und Streichern der Schule. Und was bei Hannah noch ernsthafte konzentrierte Arbeit ist, vollführt die Meisterin mit spielerischer Leichtigkeit. Der Applaus der Neuntklässler im Auditorium gilt beiden zugleich. Und Hannah lernt: „Was macht der Artist, wenn das Publikum applaudiert?“ Er verbeugt sich – und lächelt ...

 
 

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