Lektüre für die Wandervögel

Vorbereitung am Schreibtisch: Das Redaktionsteam Trudi Sudwischer und Karl-Heinz Retzloff.
Vorbereitung am Schreibtisch: Das Redaktionsteam Trudi Sudwischer und Karl-Heinz Retzloff.
Foto: Czembor, Dieter

Hörde.. Er hat nur eine Auflage von 300 Exemplaren und behauptet sich dennoch seit Jahrzehnten: Der „Hörder Gebirgsbote“. Im Juni kann er sogar einen doppelten Geburtstag feiern: Vor 65 Jahren gab es die erste, noch größtenteils handgeschriebene Ausgabe. Seit 40 Jahren gibt es ihn nahezu unverändert in der gedruckten Form.

Die Geschichte des Gebirgsboten beginnt 1947 mit der Wiedergründung der Abteilung Hörde des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV). Der damalige Wanderwart Fritz Tigges, ein „alter Wandervogel mit Wurzeln in der Bündischen Jugend“, hat die Idee. Die Vervielfältigung erfolgt per Matrize mit einer alten Handorgel. Nach der Währungsreform – die Mitgliederzahl der Abteilung ist rapide gestiegen, sodass heute 195 Wanderfreunde dazugehören -- muss ein moderneres Gerät her. Der neue Wanderwart Friedrich Kamps übernimmt gemeinsam mit Karl-Heinz Retzloff Redaktion und Herstellung des „Hörder Gebirgsboten“, wie das Mitteilungsblatt in Anlehnung an die Vereinszeitschrift des SGV-Hauptvereins genannt wird. Als auch der „neue“ Druckapparat seinen Geist aufgibt, flattert dem damaligen Abteilungsvorsitzenden Lorenz Maritzen die Vereinszeitung der Abteilung Witten ins Haus – säuberlich gedruckt und geheftet. Gemeinsam mit Karl-Heinz Retzloff macht er sich auf den Weg zum Druckhaus Katthagen in Witten-Bommerholz und schließt gleich einen Vertrag für die Abteilung Hörde ab, denn die Kosten schienen ihm tragbar.

Zum 1. Juni 1972 erhalten die Hörder Wanderer ihren Gebirgsboten in neuem Gewand. Bis 1978 bleibt die Gestaltung in den Händen von Karl-Heinz Retzloff, dann muss er sich wegen anderer Ämter im SGV Siegfried Scheidgen mit ins Redaktionsboot holen, der ihn drei Jahre unterstützt. Ab 1982 kommen Helga Fastabend, Lorenz Maritzen und Trudi Sudwischer, die heute noch dabei ist, ins „Gebirgsboten“-Team. Ab 1985 wird die Erscheinungsweise von bisher vier auf drei Ausgaben reduziert.

Besonders wertvoll war der „Hörder Gebirgsbote“ 1991 für die Abteilung, denn durch die Vorlage aller bisher erschienenen Ausgaben konnte der Hörder Abteilung leicht nachweisen, dass sie die Voraussetzungen für die Verleihung der Eichendorff-Plakette durch den Bundespräsidenten erfüllte.

Durch den Wechsel der Erscheinungsweise hat die Doppel-Jubiläumsausgabe eine „krumme Nummer“: „Nr. 133 klingt zwar äußerst krumm, stimmt aber tatsächlich“, sagt Karl-Heinz Retzloff. Der 65-Jährige, der seit Kindesbeinen SGV-Wanderer und seit März 2012 Ehrenmitglied ist, sammelt mit Trudi Sudwischer die Wanderplan-Beiträge für den „Gebirgsboten“, und schreibt Geschichten für die kommenden Ausgaben

 
 

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