Krämer aus der Wanne?

Seit Sommer 2011 hat Krämer in der Wanne bereits geschlossen. Die Zukunft ist ungewiss. Foto: Host-Dieter Czembor
Seit Sommer 2011 hat Krämer in der Wanne bereits geschlossen. Die Zukunft ist ungewiss. Foto: Host-Dieter Czembor
Foto: Czembor, Dieter

Buchholz..  Wer einen Ausflug in den sonnigen Süden vor der Haustür plant, steht bei „Krämer in der Wanne“ vor verschlossene Türen: Das beliebte Ausflugslokal ist seit dem vergangenen Sommer geschlossen.

In aller Stille hat sich die Schließung vollzogen, kein Hinweisschild an der Pforte weist auf die Zukunft des traditionsreichen Hauses hin.

Manfred Sträter von der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Gaststätten-Genuss) in Dortmund ist nichts bekannt. Claus Altendorf vom Hotel- und Gaststätten-Verband weiß von der Schließung, aber nichts über die Zukunft des Lokals.

Derzeit machen verschiedene Gerüchte im Wannebachtal die Runde: Einige wollen wissen, dass die Gaststätte wieder geöffnet wird, wenn ein solventer Betreiber gefunden ist. Andere behaupten, dass geplant sei, umzubauen und das Ausflugsziel in Wohnungen umzuwandeln.

Der Mitbesitzer des Traditionslokals, Bernd Michnik, wohnhaft in der Wannestraße, wo auch „Krämer“ an der Ecke Limbecker Postweg liegt: „Das Schicksal des Hauses wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Beide Möglichkeiten sind denkbar.“

In den frühen 60er Jahren war Egon Groß, mittlerweile verstorbene Dortmunder Wirtslegende, Pächter des Hauses. Er begründete nicht nur den guten Ruf, den das „Krämer“-Haus bis zum vergangenen Jahr besaß, sondern baute als begeisterter Taubenzüchter auch einen Gartenschlag für seine Luftrenner, der mittlerweile verfällt.

Begeisterte Gäste lobten im Internet das beliebte Ausflugslokal: „Ein tolles Lokal im Dortmunder Süden“, „Wer dem Stress der City entkommen möchte ist hier richtig aufgehoben“, „Uns hat es ausgesprochen gut geschmeckt, es war bodenständig, frisch und wirklich lecker“, „Deftige Küche und die Lage mit zahlreichen Parkplätzen direkt am Lokal sind die Pluspunkte“ und „Wir können Krämer in der Wanne nur empfehlen!“, ist heute noch zu lesen. Aber auch: „Schade! Gibt’s nicht mehr!“ steht auf der Seite „Kinderfreundliche Orte“.

Über mangelnden Besuch konnte sich die Gaststätte, die eine Zeit lang auch Vereinslokal der Volksbühne Höchsten war, sicherlich nicht beklagen, denn viele Wanderwege und auch der „Rundwanderweg rund um Schwerte“ führen direkt vorbei. Und an Wochenenden ist das Wannebachtal seit Jahrzehnten Ziel zahlreicher Familien.

Sollte „Krämer in der Wanne“ für immer geschlossen bleiben, hat das idyllisch gelegene Tal im äußersten Süden Dortmunds einen Teil seiner Anziehungskraft verloren. Nachdem vor Jahren das Kinderparadies „Haus Götter“ seine Pforten schloss und im „Jägerheim“ ebenfalls der Zapfhahn hochgedreht wurde, gibt es dann keine Gastronomie mehr in Buchholz.

Sollte der Pfau an der Frontwand von „Krämer“ sich als Symbol für einen „Pleitegeier“ erwiesen haben?

 
 

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