Hochspannungsleitung wird verlegt

Foto: Iris-MEDIEN

Kruckel. Die IG Elektrosmog Kruckel kann einen Riesen- Erfolg feiern: Die Firma Amprion verlegt ihre neue 380-Kilo-Volt-Leitung in Kruckel. Nun soll die Trasse an der Autobahn entlang und über freies Feld verlaufen statt über die Häuser im Dorf und das Neubaugebiet Boverfeld.

„Das haben wir als Interessengemeinschaft so immer für gutgeheißen“, freut sich Günter Rhoden, der mit den Elektrosmog-Gegnern energisch dagegen gekämpft hat, dass für die Anwohner in Kruckel die Spannung immer weiter steigt. Dass Amprion jetzt den Vorschlägen der Interessengemeinschaft nachgekommen ist, freut auch Markus Demtröder von der Kruckeler SPD: „Ich bin absolut positiv überrascht. Da hat sich der Einsatz der Bürgerinitiative gelohnt“.

Für Andreas Preuß von der Firma Amprion gilt das als eher selbstverständlich: „Wir versuchen, wo es möglich ist, den Wünschen der Bürger entgegenzukommen.“ In Kruckel allerdings habe man dafür erst Zeit gebraucht, Bedenken aus dem Weg zu räumen. So wurde die neue Trassenführung der geplanten Hochspannungsleitung über das freie Feld parallel zur Autobahn und über die Pappelplantage von RWE hinweg erst mit der Stadt abgestimmt. Daraufhin, so Preuß, konnte nun die neue von den Bürgern gewünschte Route so bei der Bezirksregierung in Arnsberg beantragt werden.

Bis spätestens Ende 2012, schätzt der Unternehmens-Sprecher, werde die Genehmigung vorliegen. Zu Beginn 2013 könnten dann die Aufträge vergeben werden und spätestens 2014 sei mit dem Baubeginn zu rechnen.

Vor allem auf den Zeitgewinn für Amprion schiebt Günter Rhoden die Kompromiss-Haltung der Firma. Die hätte sein Land gebraucht, um die ursprüngliche Trasse zu realisieren – und das wäre nicht ohne Gerichte gegangen. Aber nun ist Rhoden zufrieden: „Jetzt sind es rund 100 Meter zu unserem Grundstück und 120 Meter zum Boverfeld“, schätzt Rhoden. Ein Abstand, den ganz konsequente Hardliner immer noch für nicht ausreichend halten, „aber wir wollen doch realistisch bleiben“, sagt Rhoden: „Durchs Ruhrgebiet kann man eben keine Leitung führen, die 400 Meter nach allen Seiten Abstand hat“. So habe man auch nie gegen die bestehende Leitung gekämpft, denn man müsse auch wirtschaftlich denken: „Muss die Leitung unter die Erde, wird auch mein Strom teurer“.

 
 

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