Fehler auf Infotafel am Phoenix-See werden immer peinlicher

Felix Guth und Niclas Naumann
Auf einer Info-Tafel am Dortmunder Phoenix-See haben Passanten Schreibfehler gefunden.
Auf einer Info-Tafel am Dortmunder Phoenix-See haben Passanten Schreibfehler gefunden.
Foto: Felix Guth
Die Pannenserie um die begehbare Skulptur am Phoenix-See geht weiter: Erst fanden sich Rechtschreibfehler auf dem 130.000 Euro teuren Infopoint, nun haben zwei Heimatforscher auch noch grobe inhaltliche Patzer gefunden. Wir verraten, was alles falsch oder zumindest fehlerhaft ist.

Hörde. Seit eine begehbare Stahl-Skulptur das Eingangstor zum Phoenix-See bildet, hagelt es Kritik am Kunstwerk. Nicht etwa, weil das Werk aus Corten-Stahl hässlich sei. Nein, zunächst war es die mangelhafte Rechtschreibung, die Passanten sauer aufstieß. Die wurden inzwischen beseitigt.

Doch die beiden Heimatforscher Hans-Otto Wolf und Franz Henkemeier vom Arbeitskreis "Hörde damals" haben nun noch mehr Fehler gefunden. Ihnen geht es nicht um kleinliche Schuldzuweisungen, jedoch ums Prinzip: Bei einem Kunstwerk mit Info-Wert sollten die Infos eben auch zutreffend sein.

Die Suche nach der Herkunft der nun fehlerhaften Texte gestaltet sich als schwierig. Die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft verweist bei der Zuständigkeit auf Denkmalbehörde und Stadtplanungsamt. Dort ließ sich der genaue Ablauf nicht mehr vollständig rekonstruieren.

Bereits zur Eröffnung der Skulptur Mitte April fanden sich Rechtschreibfehler an einer anderen Stelle auf der 130.000 Euro teuren Info-Skulptur. Diese Fehler wurden korrigiert — der Inhalt jedoch in diesem Zuge offensichtlich nicht noch einmal überprüft.

Das sind die sachlichen Fehler der Stahl-Skulptur

1. Unbestimmte Zeitangaben: In dem Textteil über die Industrialisierung Hördes ab Mitte des 19. Jahrhunderts heißt es auf der Skulptur: „(...) Einige Jahre später wurde die Anlage mit dem ersten Hochofenwerk - Phoenix-Actiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb - ausgebaut (...)“. Hier, so die Kritik, entstehe ein widersprüchlicher Zusammenhang. „Zwischen der Grundsteinlegung des Hochofenwerks und der Gründung der Actiengesellschaft liegen tatsächlich mehr als 50 Jahre", sagt Hans-Otto Wolf.

2. Falsche Schreibweisen: „Höesch AG“ – diese mehrfach verwendete Schreibweise mit „ö“ und „e“ hat die Info-Skulptur am See exklusiv. „Der Name ist Identität in Hörde. Aber nicht in dieser Schreibweise“, sagt Henkemeier. Zwar gibt es sowohl Dokumente mit „ö“ als auch mit „oe“ – aber nie zusammen.

3. Ungenaue Zahlen: Die Skulptur gibt den Höhepunkt der Beschäftigung im Hüttenwerk mit 11.000 Personen in den 60er Jahren an. Tatsächlich, so hat Wolf recherchiert, lag der Höchststand in 1957 bei fast 12.000 Angestellten.