Fachmann verrät die Naschgewohnheiten von Wildbienen

Seit Ende April sind sie unterwegs: Die Wildbienen schwirren auf der Suche nach Nahrung herum. Wildbienenexperte Hermann Hunfeld gibt Tipps für einen Garten, in dem die Bienen genug Nahrung finden können und erklärt auch, welche enorme Bedeutung die Insekten haben.

Berghofer mark.. Wenn der Tisch gut gedeckt ist, dann fühlen sich die Wildbienen wohl. So wie im Garten von Wildbienenexperten Hermann Hunfeld. Hier grünt und blüht es, dass es eine wahre Pracht ist - und es summt an allen Ecken und Enden.

"Es wäre schön, wenn die Leute mehr daran denken würden, ihren Garten so einzurichten, dass die Tiere auch genügend Pollen finden", sagt Hunfeld. Schmetterlingsblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler und Korbblütler locken die Bienen an.

"Bekannte Pflanzen sind zum Beispiel Lauchpflanzen und Efeu. Dazu alle Gemüsepflanzen, die blühen oder auch Gewürze, die in Blüte stehen."

Aber auch auf den Wiesen ist jeden Menge Bienennahrung zu finden. Gänseblümchen, Margariten und Löwenzahn wirken ebenfalls anziehend auf die Wildbienen. Heißt im Klartext: Bitte keinen englischen Rasen, sondern auch einmal ein Eckchen wild wachsen lassen, um die nützlichen Tiere bei ihrer Nahrungssuche zu unterstützen.

Ein echter Renner

Auch Obstbäume und Beerensträucher sind beliebt bei den Wildbienen. "Lavendel ist auch eine Pflanze, die in Gartengeschäften gut zu bekommen ist", sagt Hermann Hunfeld. Ebenso wie die Bienenweide. Die sei ein echter Renner bei den Tieren. Am besten sei ein ganzjähriges Blütenangebot.

Seit Ende April sind die Wildbienen in diesem Jahr unterwegs. "Wenn es wärmer als 12 Grad ist, schwärmen sie aus", sagt Hunfeld. Verschiedene Arten fliegen bis in den Oktober hinein, brauchen also in dieser Zeit auch ihre Nahrungsquellen.

"Die Bedeutung der Wildbienen ist enorm", erklärt Hunfeld. Nutz- und Blütenpflanzen werden von ihnen bestäubt. "Sie gehören zu den Hautflüglern, zu denen auch Wespen, Bienen und Hummeln gehören. Die Bestäubungsleistung der Tiere ist enorm."

Umkreis bis zu 500 Meter

Und die Leistung der Wildbienen ist durch ein einfaches Beispiel darstellbar. "Wird ein Mandelbaum vom Wind bestäubt, bringt er 10 Kilo Ertrag, von Wildbienen bestäubt 70 Kilo. Es gibt Futterpflanzen, die lediglich von Wildbienen bestäubt werden", so Hunfeld.

Aber damit die Tiere auch ihre Arbeit verrichten können, brauchen sie eben Nahrung für sich und ihren Nachwuchs. In einem Umkreis von 100 bis 500 Metern entfernt von ihrem Nistplatz gehen die Tiere auf die Suche. Und jeder, der einen Garten hat, kann sie dabei unterstützen.

EURE FAVORITEN