Ehemaliges Krankenhaus weckt Interesse von Vandalen

Ein Privatdetektiv, ein Wachdienst und die Polizei sind nötig, um das ehemalige Marien-Hospital vor Eindringlingen und Vandalismus zu schützen. Wohnhäuser sollen später dort stehen. Vorher muss der Bebauungsplan geändert werden.

Kirchhörde. Seit mittlerweile fast acht Jahren steht das ehemalige Marien-Hospital in der Kirchhörder Klöcknerstraße leer. Irgendwann sollen an seiner Stelle einmal Wohnhäuser stehen. Momentan kämpft man aber auch mit Vandalismus.

Ein Privatdetektiv, ein Wachdienst und die Polizei behalten das leer stehende Gebäude momentan im Auge. Es ist mit Bauzäunen gesichert. "Die reichen aber natürlich nicht, um Eindringlinge abzuhalten", sagt Privatdetektiv Markus Besken.

Er lege sich deshalb im Auftrag einiger Anwohner seit dem letzten Sommer regelmäßig auf die Lauer, um Vandalismus und Hausfriedensbrüche anzuzeigen und die Zahl der Vergehen auf Dauer zu senken. "Jedes Mal, wenn ich sehe, dass jemand über den Zaun klettert, versuche ich, ihn zu stellen", berichtet er.

Manche der von ihm erwischten Jugendlichen hätten dann auch Verständnis für seine Arbeit - sie wüssten oft nicht einmal, dass sie etwas Verbotenes tun.

Kontakt zur Polizei

Das Bauunternehmen Derwald, das das Grundstück samt Gebäude seit 2010 besitzt, hat zudem einen Wachdienst engagiert, der laut Unternehmensangaben etwa dreimal pro Nacht an dem Gebäude Streife fährt. "Wir tun, was wir können", sagt Falko Derwald, der das Unternehmen mit seinem Vater leitet. Dazu habe man gute Kontakte zur
örtlichen Polizei.

Privatdetektiv Besken berichtete gegenüber dieser Zeitung von einer dreistelligen Anzahl von Menschen, die er der Polizei mittlerweile angezeigt habe. Die Polizei selbst spricht hingegen von "nur" 24 Einsätzen seit vergangenem August.

Auch wenn die Zahl der Ermittlungsverfahren verhältnismäßig hoch sei, unterscheide sie sich doch stark von jener, die der Privatdetektiv nannte. Die angezeigten Vergehen seien hauptsächlich Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gewesen.

Bebauungsplan

Das ehemalige Krankenhaus steht seit 2005 leer. Damals zog es nach Hombruch. So schnell wie möglich möchte Derwald auf dem Gelände insgesamt etwa zwanzig Wohnhäuser bauen. "Wir sind gerade dabei, den Bebauungsplan ändern zu lassen", berichtet Falko Derwald.

Man sei jetzt auch auf die städtische Verwaltung angewiesen, dass dies möglichst schnell vonstattengehe. Als Erstes solle dann das leer stehende Gebäude abgerissen werden. "Das können wir aber erst machen, wenn wir auch wissen, dass wir dort später etwas Neues bauen können", so Derwald. Sonst stehe man am Ende vor einer "grünen Wiese" und hätte ein großes Problem.

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