Die Schlanke Mathilde wird zur schicken Mathilde

Die Schlanke Mathilde hat sich herausgeputzt: Seit zwei Wochen schmückt das berühmte Wahrzeichen in der Hörder Fußgängerzone ein buntes Kleid aus Wolle. An dem handgemachten Überwurf waren eine ganze Menge Hörder Häkler beteiligt.

Hörde.. Klasse sieht sie aus, die "Schlanke Mathilde". Das Hörder Wahrzeichen in der Fußgängerzone ist so richtig fein gemacht. Ein Kleid aus bunter Wolle schmückt die Uhr seit gut zwei Wochen.

119 Einzelteile sind von Nadja Schramm und ihren Kollegen von der Jugendkulturwerkstatt an die Mathilde angepasst worden. Ein echtes Mehrgenerationen-Projekt, das von Jugendlichen aus der Jugendkulturwerkstatt und von Bewohnern diverser Senioreneinrichtungen aus Hörde gestemmt wurde.

Muster frei wählbar

119 Häkelvorlagen hat Nadja Schramm ausgegeben. "Die Vorgaben waren immer dieselben. Die Maße mussten stimmen, die Muster waren frei wählbar." Mehrere Monate häkelten über 80 "Woll-Designer", um dem 13 Meter hohen Wahrzeichen ein neues Kleid zu verpassen.

30 Quadratmeter Wollfläche kam am Ende zusammen und wurde dann liebevoll um die Uhr gelegt. Bis zum 22. April wird der bunte Mantel hängen bleiben. "Die Reaktionen der Bürger waren überwiegend positiv", sagt Nadja Schramm.

Funktion nicht eingeschränkt

Dabei wurde natürlich peinlich genau darauf geachtet, dass die Funktion der Uhr nicht eingeschränkt ist. Die vier Zifferblätter sind frei geblieben und auch die Beleuchtung an der Spitze funktioniert noch perfekt - der Unterschied ist eben, dass die drei Leuchten jetzt einen Lampenschirm aus Wolle haben.

Um die "Mathilde" in Wolle zu packen, musste ein Antrag bei der Verwaltung gestellt werden, die nickte ab. Aber nur bis zum 22. April. Dann fällt der Mantel wieder. Entkleidet wird das Hörder-Wahrzeichen dann wieder mit einem Hubsteiger. So wie bei der Anprobe.

Zeit und Nerven
Probleme bei der Verhüllungs-Aktion haben sich im Übrigen in Grenzen gehalten. "Die Perspektive, die hat uns Zeit und Nerven gekostet", sagt Nadja Schramm. "Wir hatten nur grobe Maße vom Amt für Stadterneuerung bekommen, den Rest haben wir uns anhand von Fotos zusammengesucht." Beim Einkleiden der Uhr gab es dann im oberen Teil durch die leicht verzerrten Maße kleinere Anpassungsschwierigkeiten.
Damit die Einkleidung der "Schlanken Mathilde" nicht in Vergessenheit gerät, wird der Hörder Heimatverein noch ein besonderes Erinnerungsstück erhalten. Eines der gestrickten Hörder Wappen - gerahmt.

Nächstes Projekt am Neumarkt: So ganz spruchreif ist es noch nicht, doch das nächste "Umkleideprojekt" steht in Hörde schon ins Haus. Die Planungsgruppe der Jugendkulturwerkstatt hat vor, das Kleid der "Schlanken Mathilde" der Stahl-Skulptur auf dem Hörder Neumark überzuziehen. Pünktlich zum Neumarktfest im Juni soll dies geschehen.

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