Die (fast) unsichtbare Baustelle am Rombergpark

Bezirksbürgermeister Hans Semmler und Stellvertreter Uli Steinmann begutachten gemeinsam mit Baudezernent Martin Lürwer die Kanalbaustelle. Foto: Knut Vahlensieck
Bezirksbürgermeister Hans Semmler und Stellvertreter Uli Steinmann begutachten gemeinsam mit Baudezernent Martin Lürwer die Kanalbaustelle. Foto: Knut Vahlensieck
Foto: Knut Vahlensieck
Es ist eines der aufwendigsten Großprojekte seit Beginn der Kanalisation vor 130 Jahren: die Renaturierung des Schondellebachs. Mittlerweile läuft bereits der dritte Bauabschnitt. Doch vom spannendsten Teil der Arbeiten besieht kaum jemand etwas. Denn der spielt sich (fast) unsichtbar ab – in den Tiefen des Erdreichs.

Im Süden.. 16 Meter unter der Straße riecht es nach Erde. Hier unten, in einer immensen, zylinderförmigen Grube, keine fünf Meter von der BMW-Niederlassung am Rombergpark entfernt, liegt ein großes Betonrohr. Mit einem Druck von 1000 Tonnen wird das Rohr von hier aus in die Erde gedrückt, dann noch eins, dann noch eins, und immer so weiter, zehn Meter pro Tag. „Unterirdischen Vortrieb“ heißt dieses Verfahren, am Ende soll so ein kompletter, fast 500 Meter langer Kanal in die Erde „gepresst“ werden.

Die unterirdischen Arbeiten sind Teil der Baumaßnahme „Hauptsammler Schondelle“, deren Ziel es ist, Bach- und Abwasser zu trennen. Derzeit verläuft die Schondelle noch in einer Mischwasserkanalisation, in Zukunft aber soll sie sich renaturiert in einem offenen Bett westlich der B54 in Richtung Emscher schlängeln.

Die Kanalverlegung ist der dritte von vier Bauabschnitten und hat im August begonnen. Im Juni soll er fertig sein – vorsichtig geschätzt. Dass die jetzigen Kanalbauarbeiten unterirdisch stattfinden, hat einen entscheidenden Vorteil: der Verkehr wird zwar eingeschränkt, kann aber fließen. Was bei einer offenen Bauweise – wenn auf einer Strecke von 500 Metern Betonrohre bis zu 21 Meter tief verlegt werden müssen – kaum möglich gewesen wäre.

Dennoch wird es vor allem am Abfahrtsknotenpunkt B54/Rombergpark zu Einschränkungen kommen. „Der Verkehr wird unter Einbeziehung des südlichen Gehwegs geführt“, teilt Stadtpressesprecher Thomas Kampmann mit. „Der Fußgänger- und Radverkehr kann aus Sicherheitsgründen nicht aufrecht erhalten werden und wird mittels einer gesonderten Ampel ebenfalls über den südlichen Gehweg geführt“, so Kampmann weiter. Zwei Spuren stehen dem Pkw-, Lkw- und Busverkehr ständig zur Verfügung, versichert auch Sylvia Uehlendahl vom Tiefbauamt. So sei die Erreichbarkeit von Hörde und Hombruch jederzeit gewährleistet.

Baudezernent Martin Lürwer sieht in den Renaturierungsmaßnahmen viele Vorteile. „Es geht ja auch darum, eine wettbewerbsfähige Umweltqualität herzustellen“, sagt er. Und da sei das, was in Dortmund bisher geschehen sei, auf jeden Fall „maßstabsetzend“.

 
 

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