Die alte Feuerwache Hörde soll jetzt schnell verschwinden

Die alte Feuerwache an der Wellinghofer Straße soll so schnell wie möglich abgerissen werden um Platz für neue Wohnbebauung zu machen. Wir haben nachgefragt, was hinter dieser Ankündigung der Stadt Dortmund steckt und wie die Reaktion in Hörde darauf sind.

Hörde.. Wie sieht es gerade auf dem Gelände aus?

Seit die Feuerwehr 2010 aus der überalterten Wache aus- und in den modernen Neubau an der Zillestraße eingezogen ist, läuft die Debatte über die Zukunft des Geländes. Mit dem ein oder anderen Schwenk in der Zielrichtung und den immer selben Begleiterscheinungen. Denn wo eine derart große Fläche leer steht, zieht sie automatisch Abenteurer und Zerstörungswütige an.

Das Bild im November 2016 ist deshalb ein gewohntes: Ein Teppich aus Glasscherben auf dem Vorplatz, kaum ein Fenster ist noch heil. Die Fülle an Graffiti erzeugt ein Gefühl irgendwo zwischen Respekt vor urbaner Kunst und Ärger über groben Unfug.

Was ist die neue Sachlage?

Der Verwaltungsvorstand der Stadt Dortmund hat mitgeteilt, die alte Feuerwache 4 an der Wellinghofer Straße so schnell wie möglich abreißen lassen zu wollen. Nach sechs Jahren Leerstand. Die erste Reaktion aus Hörde auf die Nachricht: Endlich passiert etwas. Die zweite Reaktion: Warum hat das so lange gedauert?

Schon 2013 hieß es, der Abriss stehe kurz bevor. Der Prozess wurde aber an verschiedenen Stellen verzögert.

Warum macht die Stadt Dortmund jetzt auf einmal Tempo?

Das Grundstück an der Wellinghofer Straße hat aus Sicht der Verwaltung eine stadtweite Bedeutung. "Die Schaffung neuer Wohnbauflächen insbesondere für den öffentlich geförderten Wohnungsbau ist eine herausragende Zielsetzung für die wachsende Stadt Dortmund, die inzwischen wieder über 600 000 Einwohner zählt", so Stadtsprecher Michael Meinders: "Daher soll die Fläche der ehemaligen Feuerwache 4 an der Wellinghofer Straße vorrangig für eine wohnbauliche Nutzung entwickelt werden." Der erforderliche Bebauungsplan sei bereits in Vorbereitung.

Um das unbebaute Grundstück an Investoren verkaufen zu können, müssten nun die ersten Schritte unternommen werden. "Darüber hinaus erspart sich die Stadt Dortmund mit dem Abbruch umfangreiche und kostenträchtige Verkehrssicherungsmaßnahmen", sagt Michael Meinders. Ein Argument, das ehrenamtliche Politiker und Bürger im Ort schon seit Jahren vorbringen.

Wie reagiert die Hörder Politik darauf?

Noch Anfang Oktober hatte die CDU in der Bezirksvertretung einen Antrag für einen raschen Abriss gestellt, dem alle Fraktionen zustimmten. "Dass es jetzt mit derselben Begründung von der Stadt Dortmund kommt, ist erfreulich", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende in der BV, Michael Depenbrock.

Nach bisherigen Planungen würde die neue Bebauung direkt an das Schulzentrum Hörde anschließen und auch verkehrstechnisch daran angeschlossen werden. "Ich bin sicher, dass sich hier schnell ein Investor findet, der Interesse hat", sagt Michael Depenbrock.

Die Frage, ob das freie Grundstück ausschließlich für den Wohnungsbau genutzt wird, hält Bezirksbürgermeister Sascha Hilgeris (SPD) allerdings für "noch nicht ausdiskutiert". In der Vergangenheit waren unter anderem eine Mischform aus Gewerbe und Wohnen sowie der Aufbau eines Internats für die NRW-Sportschule Goethe-Gymnasium diskutiert worden. Genau wie CDU-Kollege Michael Depenbrock betont er, dass es die weiteren Schritte in diesem Teil Hördes und im benachbarten Hacheney abzuwarten gelte.

Hillgeris: "Da stehen wir bei den Bürgern im Wort, sie in dieser Frage mitzunehmen." Mit in die Diskussion gehört aus seiner Sicht auch die Planung eines neuen Leichtathletik-Stadions auf der Bezirkssportanlage Hacheney. Hier steht nach einigen Irritationen noch ein Verkehrskonzept aus.

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