Der letzte Dreh am Plattenteller

DJ Gerd Bekel verkauft seine Plattensammlung. Foto: Marcus Simaitis
DJ Gerd Bekel verkauft seine Plattensammlung. Foto: Marcus Simaitis
Foto: Marcus Simaitis

Wellinghofen.. Im „Tropa Mare“ sorgte er für glühende Sohlen am Rande der Wasserbecken. DJ Gerd alias Gerd Bekel machte vor über 30 Jahren aus dem Wellenbad in der Nordstadt einen wahren Tanz-Tempel.

Bis zu 1600 partyhungrige Wasserratten in Badeanzügen wurden zu Dancefloorgängern und gingen wie ein Zäpfchen ab, wenn der Lokal-DJ mit seinen fast 3000 Schallplatten, zwei Plattentellern, zwei 400 Watt Boxen und seiner Karaoke-Maschine mächtig Gas gab. Dann spielte der heute 65-Jährige Hits wie „Rock around the clock“, „Jailhouse Rock“ oder auch „Thank you for the music“.

Abschied am
20. August

Und genau das sagt jetzt auch ganz Dortmund am 20. August im Haus Gruttmann in der Wellinghofer Straße 128. Dann macht DJ Gerd zum letzten Mal an der vom ihm oft bespielten Haus mit seiner rollenden Disco Halt. Denn der gelernte Arbeiter für Mess- und Regeltechnik, der mit 14 Jahren eine Lehre bei Hoesch anfing,, geht jetzt auch als DJ in den wohlverdienten Ruhestand. Zum Abschluss will er aber noch mal allen zeigen, wo der musikalische Hammer hängt und für ein „heißes“ Parkett sorgen. Und nicht nur das: Bekel war auch schon immer wohltätig unterwegs. Hat Obst aus seinem riesigen Garten in der Zillestraße 16 an die Dortmunder Tafel gespendet. Und jetzt will Bekel für Japan sammeln. Genauer gesagt für die Aktion der Deutsch-Japanischen Gesellschaft der Auslandsgesellschaft NRW, wonach japanische Kinder aus dem Katastrophengebiet auf eine Insel zur Erholung geflogen werden sollen.

„Die Kinder haben nichts und schlafen in alten, leerstehenden Fabriken auf Strohmatten. Man muss denen helfen“, erklärt Bekel, selbst gezeichnet von einer schweren Krankheit, seine Beweggründe. Und Bekel will das versteigern, was für einen DJ das Allerheiligste ist: die Plattensammlung.

Für ein Mindestgebot von 1500 Euro würde sich der DJ von seinem Arbeitswerkzeug trennen: den genau 2918 Platten. Alles Originale aus den 60er, 70er, 80er und 90er Jahre. Sogar Dr. Alban oder Technotronic ist dabei.

Schätze wurden
bereits digitalisiert

Aber keine Sorge: Der DJ muss nicht in die Klang-Wüste. Längst hat er alles digitalisiert.

Ein Drittel des Geldes will der 65-Jährige spenden. Weitere Erlöse sollen aus Buffetkarten und einer Oldiewunschparade erzielt werden. Musikalisch unterstützt wird Bekel von alten Weggefährten wie dem Sänger Massimo Grande oder Marita Maneé.

Beginn der Benefizveranstaltung im Haus Gruttmann ist am 20. August ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Buffetkarten gibt es für 12 Euro, sie können bereits unter 462344 vorbestellt werden.

 
 

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