Den Patienten als Ganzes im Blick

Von Katrin Kroemer
Pioniere am See:  vlnr:  Pierre Mailand, Björn Könnemund, Peter Gorba, Karsten Droese )                           Foto: Michael Printz
Pioniere am See: vlnr: Pierre Mailand, Björn Könnemund, Peter Gorba, Karsten Droese ) Foto: Michael Printz
Foto: WAZ Fotopool
Sie dürfen sich als Pioniere fühlen: Im „FAPS“ sind die ersten Ärzte am Phoenix-See eingezogen.

Hörde.  Das Kunststück im Moment ist noch, sie überhaupt zu finden: Die angestammten Ärzte, die sich zum nagelneuen Facharzt-Zentrum zusammengetan haben. Am Phoenix-See. Und der ist halt im Moment noch von Baustellen umgeben. Mittendrin, genauer direkt am Hafen, das FAPS, das „Fach-Arztzentrum Phoenix-See“. Hier gilt von Kopf bis Fuß, vom Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten über den Sportmediziner bis zum Orthopäden die Behandlung als Netzwerk, der Körper als Konzept.

Genau so heißt auch die Physio-Therapie-Praxis gleich in der 1. Etage. Bei „Konzept Körper“ läuft fast schon beispielhaft vieles an Notwendig- und Möglichkeiten zusammen. Hierher schickt der Kardiologe seine Herzkranken auf die Trainingsgeräte, auf denen auch die Patienten des Lungenfacharztes ihre Puste testen können. Und der HNO übergibt das Kind mit seinen schon lange quälenden rätselhaften Kopfschmerzen an Pierre Mailand und Björn Kennemund und ihre Künste auf der Physiotherapeuten-Liege. Die Blockade in der Halswirbelsäule wird gelöst, und das Kind ist seine Kopfschmerzen los.

Erste Erfahrungen bereits gesammelt

Diesen (wahren) Idealfall holt Dr. Peter Gorba gern hervor, wenn er von den Gründen für das FAPS erzählt. Der HNO von der Alte Benninghofer Straße war es auch, der mit der Idee bei seinen Hörder Kollegen anklopfte. Und dort auf offene Türen stieß: „Wenn er nicht damit zu mir gekommen wäre, hätte ich es erfunden“, sagt Dr. Christian Blum. Gefragter Lungenfacharzt, Allergologe und Schlafmediziner – das ist Blum in Hörde schon lange. Schon lange auch in einer Praxisgemeinschaft mit dem Kardiologen und Sportmediziner Dr. Karsten Droese an der Hermannstraße. Schon an der Hermannstraße saß wenigstens tageweise mit in dem Boot, das jetzt Am Kai ankert, auch schon Pierre Mailand. Rehabilitation für die Fachärzte sein Metier.

Nun also ist aus der Idee Programm geworden – noch nicht immer nur zum Schwärmen. Wenn man den Eingang zwischen den Planen kaum findet, es noch mal in die Eimer tropft oder durchs Treppenhaus die Geräusche von den Bauarbeitern schallen, die letzte Hand an die nächsten Räume und Praxen legen. Denn die Doctores Gorba, Blum, Droese und Kollegen sind gemeinsam mit dem Team Mailand-Kennemund die Pioniere am See. Und wie alle Pioniere müssen sie die ersten und höchsten Hürden meistern, den Weg ebnen. Gemeinsam mit den Patienten. Die sind in der Regel mit dem modernen hellen Bau und seinen neuen Möglichkeiten gut zufrieden. Wenn sie denn erst einmal dorthin gefunden haben. Noch fehlt die Adresse „Am Kai 8“ auf vielen Karten, auch GPS lässt Autofahrer oft im Stich. „Wir hoffen da auf die Stadt und die Phoenix-See-Entwicklungsgesellschaft“, formuliert Gorba bewusst ohne Anklage, immer mit dem positiven Blick nach vorn.

Die Wartezimmer sind trotzdem voll. Dabei – die, die von „auswärts“, also nicht aus Hörde kommen, die finden sich schon durch. „Die meisten Schwierigkeiten haben komischerweise die alten Hörder“, hat Gorba beobachtet. Denen mag das „neue“ Hörde am See halt noch ein bisschen unheimlich sein. Sei’s drum, der Blick auf den See entschädigt sie alle – selbst jetzt an grauen Dezembertagen. Wo er am schönsten ist? Da wetteifern die gestanden Doktoren ernsthaft miteinander: Erhaben in der 4. Etage - oder etwa doch auf dem Trainingsrad in der Physiotherapie, in der 1. Etage soviel näher am Wasser....

Auch das macht bei aller ernsthaften Medizin den Geist des FAPS aus – diejenigen, die dort arbeiten, die fühlen sich auch verbunden. „Das Konzept ist selbstergänzend“, sagt Gorba, „die Kollegen bringen jemanden mit, stellen sich gegenseitig vor, damit dann auch die Zusammenarbeit passt“. Denn: „Alle haben hier das Ziel zusammenzuarbeiten, um Wege für Patienten abzukürzen und deren Probleme so schnell, wie möglich zu lösen“, unterstreicht Dr. Karsten Droese.