Bürger diskutieren Strecke des Radschnellwegs Ruhr

Radfahrer würden ihn lieber heute als morgen nutzen: Den Radschnellweg Ruhr (RS1). Erste Teilstücke gibt es bereits in Essen und Mülheim. In Dortmund soll´s schnellstmöglich losgehen. Was den Radlern künftig Komfort bieten soll, ähnelt in der Planungsphase einem Puzzlespiel.

Barop/Hombruch. Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Rudolf-Chaudoire-Pavillon am Uni-Campus-Süd wurde über die richtige Trassenführung im Dortmunder Westen diskutiert. 40 Interessierte diskutierten das Teilstück zwischen der Bochumer Stadtgrenze und der Schnettkerbrücke. Betroffen sind die Stadtbezirke Lütgendortmund und Hombruch, die gemeinsam den bestmöglichen Radweg auf ihrem jeweiligen Gebiet suchten.

Insgesamt soll sich die "A40 für Radfahrer" von Duisburg bis Hamm erstrecken, die gesamte Metropole Ruhr durchqueren. Bis der Traum für Pendler und Touristen wahr wird, gilt es einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Allein die vier bis fünf Alternativen im Bereich von Kley könnten sich auf den Stadtbezirk Hombruch auswirken.

"Uni und Indupark sind die größten Frequenzbringer"

"Uni und Indupark sind die größten Frequenzbringer", verweist indes der städtische Mobilitätsplaner Winfried Sagolla auf die Bedeutung der beiden potentiell stark radaffinen Gebiete. Diese gelte es unbedingt mit in die Wegeführung einzubeziehen. Mithin bleibt auch der Hombrucher Bezirk im Spiel.

"Rund 90 Prozent sind schon als Radweg vorhanden", zeigt Marie T. Wagener vom Regionalverband Ruhr die Vorzüge der zurzeit präferierten Strecke auf. Wenn der RS1 spätestens 2020 zur Eröffnung anstehe, solle er den Radlern viel Komfort bieten: "Einheitliche, blaue Schilder und Beleuchtung", so die RVR-Referatsleiterin Regionalentwicklung, "sollen es den Radfahrern so angenehm wie möglich machen."

In Stein gemeißelt

Im Bereich Hombruch scheint die Streckenführung in Stein gemeißelt zu sein. Von der Hauert westwärts geht es, trotz der Kley-Alternativen, südlich entlang der A40 bis zur Anschlussstelle Barop und von dort über die NS9-Brücke über besagte Autobahn gen Norden weiter in Richtung Osten. Diesmal indes nördlich der A40.

Welcher Weg letztendlich auch zum Zuge kommt - es wird wohl nicht ohne Hinzukäufe von Privatflächen, radgerechten Herrichtungen von Feldern und matschigen Trampelpfaden, Rodungen von Böschungen und Unterführungen von verkehrsreichen Straßen gehen. Neue Brücken scheinen im Gebiet der Autobahnen 40 und 45 nicht geplant. Sie dürften aufgrund der enormen Kosten außen vor sein.

Bezüglich der Finanzierung ist vieles offen

Bezüglich der Finanzierung ist in punkto Landes- wie Bundesbeteiligung ebenso noch vieles offen wie bei der tatsächlichen Nutzung. So sei nicht klar, ob S-Pedelecs den Radschnellweg nutzen dürfen. Das "S" ins "RS1" steht für schnell. Bis zu 45 Kilometer pro Stunde dürfen diese Zweiräder schnell sein. Nur zwei Vorgaben scheinen klar zu sein: "Die gute Qualität des Radwegs und eine möglichst direkte Streckenführung stehen ganz oben", wie es Mobilitätsplaner Winfried Sagolla formuliert.

Die dritte und letzte Bürgerversammlung für den Innenstadt-Bereich ist am 30. Mai. Danach beginnt dann endgültig das große Puzzeln. [kein Linktext vorhanden]

Dietmar Bock