Baumfällungen in der Brutzeit

Susanne Meyer
Baumfällungen im Niederhofer Wald verärgern die Anwohner. Dieser Baumschnitt stammt vom Areal des Radsportcenters RC Olympia.  Foto: Privat
Baumfällungen im Niederhofer Wald verärgern die Anwohner. Dieser Baumschnitt stammt vom Areal des Radsportcenters RC Olympia. Foto: Privat
Foto: Rolf Neuser
Wenn die Säge im Dortmunder Stadtwald kreist, ruft das oft empörte Anwohner auf den Plan. Mehrmals berichtete die Stadtteil-Zeitung über die Gründe der seit letztem Jahr andauernden Abholzaktionen im Dortmunder Süden. Die meisten Kiefern dort müssen weg, weil sie beschädigt sind.

Im Süden. Wenn die Säge im Dortmunder Stadtwald kreist, ruft das oft empörte Anwohner auf den Plan. Mehrmals berichtete die Stadtteil-Zeitung über die Gründe der seit letztem Jahr andauernden Abholzaktionen im Dortmunder Süden. Die meisten Kiefern dort müssen weg, weil sie beschädigt sind. Trotzdem hagelt es Beschwerden. Kein Wunder: Dort, wo viele Bäume fallen, klaffen große Löcher. „Es sieht dann aus, wie nach einem Bombenangriff“, beklagen sich erschrockene Anwohner zuletzt aus der Bittermark (wie berichtet).

Im Niederhofer Wald unweit des Radsportzentrums RC Olympia waren nach der Fällaktion „Monsterfahrzeuge“ unterwegs, „die den Wald von allen überflüssigen Bäumen und Unterholz gesäubert haben“, hat Anwohner Dr. Rolf Neuser beobachtet und sich dabei an „Kriegszustände“ erinnert. Am meisten ärgert ihn, dass diese Arbeiten – auch Baumfällungen – erst im März begonnen worden seien. Zur Brutzeit „wo privaten Gärtnern bei Androhung von empfindlichen Strafen sogar der Heckenschnitt verboten ist“. „Konnte man das nicht eher erledigen?“, fragt der Anwohner, der aktives Mitglied im Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist.

Diese zeitlichen Einschränkungen aus dem Naturschutzgesetz für das Fällen von Bäumen „gelten nicht für Maßnahmen im Wald, die im Rahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft durchgeführt werden“, hält Sebastian Vetter vom Umweltamt dagegen. Gleichwohl beachte die städt. Forstwirtschaft die Belange des Arten- und Naturschutzes beim Bewirtschaften des Waldes. Die Fällarbeiten im Niederhofer Wald – dort hatte die Stadt über 1000 Kubikmeter Holz geerntet – wurden schon vor Wochen beendet. Allerdings hat auch der RC Olympia auf seinem Areal gerodet und das wohl noch im März.

Zurzeit werden die gefällten Bäume aus dem Wald gezogen und für die Abfuhr bereitgestellt“, erklärt Vetter. Äste und Reisig müssten ebenfalls beseitigt werden, um Buchen zu pflanzen. Nur mit heimischen Bäumen soll die insgesamt vier Hektar große Rodungsfläche im 100 Hektar großen südlichen Stadtwald bepflanzt werden. Neuser reicht diese Auskunft nicht. Er will die Kahlschläge in der Brutzeit beim NABU zur Sprache bringen, „der von dieser Aktion „bestimmt nicht begeistert ist“.