Baum ab, Straße her - jetzt reicht’s

Im Sommer 2009 bereiteten radikale Rodungsarbeiten dem verlängerten Vogelpothsweg den Weg. Neue Straße statt Bäume und kein Ende – den Anwohnern reicht es jetzt. Foto: Anja Cord
Im Sommer 2009 bereiteten radikale Rodungsarbeiten dem verlängerten Vogelpothsweg den Weg. Neue Straße statt Bäume und kein Ende – den Anwohnern reicht es jetzt. Foto: Anja Cord
Foto: Anja Cord

Barop.. Die Bürger der Hugo-Heimsath-Straße und der Korte Geitke haben die Nase voll: Erst wurden für eine neue Uni-Straße neben ihren Gärten große Bäume niedergemäht, dafür haben sie jetzt ein breites Asphalt-Band und ungehinderten H-Bahn-Lärm direkt an der Siedlung, und nun soll alles noch schlimmer werden.

Ein Anschluss der neuen Straßenachse an die alte Uni-Tangente und die Ausweitung des H-Bahn-Betriebs auf das Wochenende will die Interessengemeinschaft der Anwohner so nicht mehr hinnehmen. In einem offenen Brief wenden sie sich jetzt an die Politik.

„Wir als Anwohner der Korte Geitke und der Hugo-Heimsath-Straße sind bereits durch den Neubau der Straße von der Universität zur Stockumer Straße wesentlich erhöhten Lärmbelästigungen ausgesetzt und lehnen diese Maßnahmen ab“, heißt es in dem Schreiben, das viele Familien durch ihre Unterschrift bekräftigen.

Aus ihrer Sicht fehle es im Universitätsbereich keinesfalls an einer weiteren Straßenverbindung, das nötige Geld könne sinnvoller z. B. in Schulen investiert werden. Zusätzliche Kosten würde auch die Ausweitung des ohnehin defizitären H-Bahn-Betriebes auf das Wochenende bringen. Und das, obwohl es am „Wochenende keinen nennenswerten Universitätsbetrieb“ gebe und „Nutznießer allenfalls der private Betreiber des Trödelmarktes wäre“.

Das jedoch sieht Ratsvertreter Olaf Radtke, Verfechter des Verkehrskonzeptes, anders. Der SPD-Mann geht davon aus, dass ein Anschluss an die alte Südtangente vor allem den Gardenkamp von Verkehr entlasten könne. Neue Verkehrsanalysen sollen dazu belastbare Zahlen liefern. Erst damit wie auch mit einer Kostenschätzung und Umwelt-Erwägungen könne die notwendige Bebauungsplan-Änderung umgesetzt werden.

Die Kosten für diesen Anschluss dürften überschaubar bleiben, glaubt Radtke: So könnten die vorhandenen nördlichen Fahrspuren der Tangente genutzt, die südlichen zurückgebaut werden. Dann fehle nur ein kurzes Anschluss-Stück zwischen alter und neuer Straße.

Ein zusätzlicher Samstags-Betrieb der H-Bahn schaffe aus Sicht von Radtke vor allem Verbindungen zur Uni-Bibliothek, die durch verändertes Studentenverhalten häufig auch samstags genutzt werden. Außerdem sei so der S-Bahn-Haltepunkt Universität schnell erreichbar, das erhöhe die Attraktivität des ÖPNV. Die Kostenseite werde auch hier geprüft, habe OB Sierau bei einem Schnadegang in Eichlinghofen zugesagt.

Mit all dem will sich der Politiker auch einem Streitgespräch stellen. Und für die Anwohner ist mit dem Brief auch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

 
 

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