Architektin will zerlegte Skulptur auf Phoenix-West aufstellen

Die Spielbank Hohensyburg hat vor einigen Jahren eine Edelstahlplastik des berühmten Bildhauers Max Bill zerlegt. Das wertlose Kunstwerk lagert in einer Galerie, Westspiel bot an, es zu verschenken. Eine Architektin möchte die Skulptur auf Phoenix-West wieder aufbauen - doch der Sohn des Künstlers wehrt sich.

HÖRDE/SYBURG. "Wer einen großen Garten hat, kann es sich abholen", hatte Westspiel-Sprecher Christof Schrammauf die Frage zur Zukunft des Objekts gesagt, das zurzeit in mehrere Teile zerlegt in einer Galerie in Willich lagert.Die raumgreifende Edelstahlplastik, die der Schweizer Künstler einst eigens für das Spielbankfoyer entworfen hatte, ist nach dem Brandschutzumbau vor einigen Jahren nur noch Archivmaterial.

Trotzdem hat sich eine Interessentin gefunden: Susanne Schamp, Architektin und Stadtplanerin vom Architekturbüro Schamp & Schmalöer, möchte das Werk gern für den Standort Phoenix-West zurück nach Dortmund holen. "Vielleicht können wir es bei uns im Büro oder auf der Grünfläche neben unserem Bürogebäude auf Phoenix-West aufstellen", sagt Susanne Schamp.

Rechtliche Bedenken

Westspiel würde das Werk gern abgeben, sagt Christof Schramm zu der Anfrage aus Dortmund. Schließlich koste es im derzeitigen Zustand nur Geld für die Lagerung. "Es wäre umso schöner, wenn sie für die Öffentlichkeit zugänglich wäre." Allerdings müssen die Juristen von Westspiel jetzt prüfen, ob sie die Plastik überhaupt verschenken dürfen.

Jakob Bill will das auf jeden Fall verhindern: "Ich muss das kulturelle Erbe schützen", sagt er. "Das Werk lässt sich nicht mehr in den Ursprungszustand versetzen, deshalb muss es entweder entsorgt werden oder ins Stiftungsarchiv gehen." Eine Neufassung sei das einzige, wozu er ja sagen könnte. Max Bill (1908 - 1994) gilt als Hauptvertreter und wichtiger Theoretiker der Konkreten Kunst.Er studierte von 1927 bis 1929 am Bauhaus in Dessau unter anderem bei Josef Albers, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lszl Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer.

Susanne Riese