Studentenverbindung Syburgia aus Dortmund will nicht in rechte Ecke gerückt werden

Burschenschaftler beim deutschen Burschentag 2011 Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd
Burschenschaftler beim deutschen Burschentag 2011 Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd
Foto: dapd

Dortmund.. Die Diskussion um einen Rechtsruck der deutschen Burschenschaften schlug vor einigen Wochen hohe Wellen. Die Dortmunder Verbindung Syburgia distanziert sich von völkischem Gedankengut.

In den vergangenen Wochen ist das Thema heiß diskutiert worden. Das Magazin Spiegel hatte ein Interview mit Kai Ming Au veröffentlicht. Die Studentenverbindung Hansea Mannheim sollte aufgrund der Mitgliedschaft des chinesischstämmigen Mannheimers nach einem Antrag der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn aus dem Dachverband Deutsche Burschenschaften ausgeschlossen werden.

Als Argument führte der Antrag der Burschenschaft auf, dass Au einer „außereuropäischen populationsgenetischen Gruppierung“ angehöre und nicht von der deutschen „geschichtlichen Schicksalsgemeinschaft“ abstamme.

Wellen der Empörung waren daraufhin hochgeschlagen: „...selbst schuld, wenn er sich mit solchen Faschisten und Rassisten umgibt“, so lautet eine der vielen Online-Stimmen zum betreffenden Artikel.

Heikel wurde es, als die NPD sich zu Wort meldete und die Deutsche Burschenschaft aufforderte, „weiter einen volkstreuen Kurs zu fahren.“

Völlig indiskutabel

Doch in diese Ecke will sich Sebastian Senge von der Dortmunder Verbindung Syburgia nicht drängen lassen. Er weist Rassismusvorwürfe weit von sich: „Die Abstammung spielt in unserer Verbindung keine Rolle. So etwas wird bei uns überhaupt nicht diskutiert.“ Vielmehr steht die Gemeinschaft im Vordergrund, derartige Themen spielen im üblichen Bundesleben gar keine Rolle.

Politisches und gesellschaftliches Engagement seiner Bundesbrüder im Rahmen des Grundgesetzes sieht Senge allerdings gerne, er selbst ist Mitglied der CDU. „Meine Verbandsbrüder engagieren sich in allen demokratischen Parteien“, klärt Senge auf.

Er besteht darauf, dass bei seiner Verbindung das akademische Netzwerk im Vordergrund steht und bedauert, „dass einige wenige Verbindungen es schaffen, stets solch ein schlechtes Bild auf die Gesamtheit aller Korporierter aus den ca. 2000 deutschen Verbindungen zu werfen.“

Der Dachverband Deutscher Burschenschaften hat den Antrag der Raczeks übrigens abgewiesen. In einer Stellungnahme äußerte er sich wie folgt: „Die Deutsche Burschenschaft mit Rassismus in Verbindung zu bringen entbehrt jeder Grundlage. Die Prinzipien der Deutschen Burschenschaft verpflichten jeden Burschenschafter zur Achtung der Würde jedes Menschen als Grundlage unserer Verfassung.“

 
 

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