Studenten in Dortmund geraten in Wohnungsnot

Christina Römer
Studentenwohnheim Emil-Figge-Straße Dortmund des Deutschen Studentenwerkes.
Studentenwohnheim Emil-Figge-Straße Dortmund des Deutschen Studentenwerkes.
Foto: Deutsches Studentenwerk Dortmund

Dortmund. Gute und günstige Wohnungen für Studenten – schon jetzt ein rares Gut. In den nächsten Jahren wird sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studierende weiter zuspitzen. Denn einerseits steigt die Zahl der Studierenden weiter an, andererseits wird der Wohnraum knapper.

Zum Beispiel dadurch, dass in einem großen Gebäude, wie dem Roncalli-Haus, mit Platz für rund 100 Studenten, demnächst Eigentumswohnungen angeboten werden sollen (wir berichteten). „Wir hätten versuchen können das Haus zu ersteigern, aber die Sanierung hätten wir nicht finanzieren können“, sagt Günther Remmel, der seit Beginn des Jahres das Studentenwerk kommissarisch leitet.

Lange Warteliste beim Studentenwerk

Für die 33 070 Studenten an der TU und der Fachhochschule bietet das Studentenwerk 2646 Plätze in 13 Wohnheimen an. Auf der Warteliste stehen etwa 1400 junge Menschen. Vier bis sechs Monate müssen sie mindestens warten. Außerdem gibt es Wohnungen auf die das Studentenwerk ein Belegungsrecht hat. Wie das Roncalli-Haus, bevor es der neue Vermieter zwangsersteigert hatte. Oder wie beim Berufsförderungswerk in Hacheney, wo zum 30. September der Vertrag mit dem Studentenwerk ausläuft. 80 Plätze gab es dort, mittlerweile sind es 60.

„Als es Anfang der 90er Jahre eine gravierende Wohnungsnot für Studenten gab, wurden von Bund und Land Förderprogramme eingerichtet, die es jetzt nicht mehr gibt“, weiß Remmel. Privateigentümer bekamen eine finanzielle Förderung, wenn sie belegen konnten, dass sie günstig an Studenten vermieteten. Mit Auslaufen der Programme wird es keine neuen Häuser geben, die solche Wohnungen anbieten. „Frei zu bauen und zum Studentenpreis zu vermieten, ist nicht finanzierbar “, meint Remmel.

Auch Stadt ist gefragt

Das Studentenwerk hat zuletzt 1995 an der Emil-Figge-Straße gebaut, 403 Wohnungen kamen hinzu. „Es gibt konkrete Überlegungen, wie man zusätzlichen Wohnraum anbieten kann“, sagt Remmel. Das Studentenwerk verfüge über freie Grundstücke. „Die Frage ist nur, ob wir Zuschüsse bekommen.“ Auch die Stadt sei hierbei gefragt.

Die Studentenzahlen werden indes weiter steigen. An der TU waren im Wintersemester 08/09 noch rund 22 000 Studenten eingeschrieben, mittlerweile sind es mehr als 25 000. „Die Hochschule geht davon aus, dass es bis zum Winterresemester 2015/16 eine Steigerung der Studienplätze auf 27 500 geben wird“, erklärt Ole Lünnemann, Pressesprecher der TU. Plätze, die unter anderem für den doppeltem Abiturjahrgang im Jahr 2013 eingerichtet werden, im Rahmen des Hochschulpaktes – eine Vereinbarung zwischen dem Land und den Universitäten und Fachhochschulen. „Der Bereich soziale Infrastruktur wurde beim Hochschulpakt allerdings nicht bedacht“, bedauert Remmel.