Stromausfall legt Montagnachmittag Dortmund und Umgebung lahm

Ein Mitarbeiter des Ein-Euro-Ladens am Ostenhellweg weiß sich während des Stromausfalls zu helfen.
Ein Mitarbeiter des Ein-Euro-Ladens am Ostenhellweg weiß sich während des Stromausfalls zu helfen.
Foto: Knut Vahlensieck
Um 14.41 Uhr ging in Dortmund und Umgebung fast nichts mehr: Ein elfminütiger Stromausfall legte große Teile des Stadtgebiets lahm. Ein Kurzschluss im Umspannwerk in Wambel war Ursache für den flächendeckenden Ausfall.

Dortmund. Zwischen 14.41 und 14.52 Uhr standen große Teile Dortmunds und Umgebung am Montag für elf Minuten ohne Strom da. Nichts ging mehr. In Dortmund sollen etwa 100.000 Haushalte in der Innenstadt, im Osten und Süden betroffen gewesen sein, wie die DEW21 mitteilte. In Krankenhäusern liefen die Notstromaggregate und sicherten den Fortlauf wichtiger Operationen bzw. lebenserhaltende Maßnahmen. Nur im Johannes-Hospital verschoben die Verantwortlichen terminunabhängige Operationen auf den nächsten Tag.

Der "Blackout" betraf etwa ein Drittel aller Haushalte der Stadt. Bei der Polizei und Feuerwehr (auch dort gibt es Notstromaggregate) häuften sich die Notrufe, doch auch sie konnten zunächst keine Auskunft über die Ursache geben. Nach Angaben der Polizei gab es keine größeren Zwischenfälle.

Kurzschluss in Wambel

Ursache für den größten Stromausfall seit vielen Jahren war der Kurzschluss in einer 100.000-Volt-Leitung im Umspannwerk Wambel, wo die Leitungen von RWE auf jene des Dortmunder Versorgers DEW übergehen, Ursache für den Stromausfall gewesen sein. Dieses RWE-Werk wurde daraufhin still gelegt, die Haushalte werden über andere Leitungen versorgt. Warum es zu dem Kurzschluss kam, wird vor Ort untersucht.

Als die große Sicherung in Wambel herausflog, fielen im Dortmunder Süden, im Osten und in der Mitte schlagartig die Lichter aus, Computer stürzten ab, Fahrstühle standen still. Binnen kurzer Zeit gab es ein mittelgroßes Verkehrschaos, weil auch die Ampeln ausfielen. Im gesamten Umland, von Unna über Holzwickede und Schwerte und Wetter bis Witten, gab es im genannten Zeitraum Spannungsschwankungen oder ebenfalls Komplettausfälle.

Ampelausfälle

Vom großen Stromausfall waren auch Teile des Telefonnetzes betroffen. In der Dortmunder Innenstadt strömten Einkäufer auf die Straße, Geschäftsräume blieben im Dunkeln. Zahlreiche Ampeln fielen aus, über Unfälle und Folgeschäden ist noch nichts bekannt.

Der öffentliche Nahverkehr hingegen konnte unterdessen weiterfahren, da die Stadtwerke separaten Strom beziehen. In den (U-Bahn-)Stationen hingegen sorgte eine Notbeleuchtung für den weiteren Betrieb. „In den Stadtbahnanlagen sind Kunden in den Aufzügen eingeschlossen worden“, berichtet Stadtwerke-Sprecher Bernd Winkelmann. Personal sei zu den Aufzügen geschickt worden, um eingeschlossene Personen über den Stromausfall zu informieren. Es habe keine Panik gegeben.

Versorgung in Krankenhäusern gewährleistet

Gravierendste Konsequenzen hätte der Stromausfall für die Krankenhäuser in der Stadt. Bei Operationen und bei der Intensivmedizin schwer kranker Patienten sind die Kliniken auf konstante Spannung angewiesen. „Bei uns ist sofort ein großer Diesel-Generator angesprungen und hat Notstrom geliefert“, berichtet Knappschafts-Sprecher Wolfgang Skorvannek. Am Klinikum gibt es gleich vier solcher Aggregate. Alle hätten funktioniert, bestätigt Sprecher Thomas Kraft. Auch am Johannes-Hospital sei Notstrom erzeugt worden. „Dennoch sind bei uns planbare Operationen verschoben worden“, berichtet Sprecherin Gudula Stroetzel. Bei der Wärmelieferung hake es.

Die eigentliche Ursache für den Kurzschluss der Hauptversorgungsleitung in Wambel sei noch nicht gefunden, berichtet RWE-Sprecher Jürgen Esser. Es habe jedenfalls um 14.41 Uhr einen mächtigen Knall gegeben. Anschließend sei die Versorgung - wie bei einer Ringleitung - von anderen Umspannwerken übernommen worden. Dafür habe RWE elf Minuten benötigt. DEW bestätigt, dass es über das Black-Out-Gebiet hinaus nach 14.41 Uhr erhebliche Spannungsschwankungen in ganz Dortmund gab.

 
 

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