Strafbefehl gegen Ex-Sternekoch David Kikillus

Ulrike Böhm-Heffels
Foto: Archivbild: Kikillus
Die Staatsanwaltschaft Dortmund erlässt Strafbefehl gegen den Ex-Sternekoch David Kikillus. Ein Gast hatte den 34-Jährigen wegen Betrugs angezeigt.

Dortmund. Der frühere Sternekoch David Kikillus sieht sich mit einem Strafbefehl konfrontiert. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat dieses vereinfachte Strafverfahren vor zwei Tagen verfügt. Ein Gast hatte den 34-jährigen Spitzenkoch wegen Betrugs angezeigt.

Der Gast reklamierte, er habe einen Gutschein über 70 Euro weder einlösen können noch erstattet bekommen. Der Anzeigen-Erstatter war bei Weitem nicht der einzige Geschädigte. Nach der Schließung des Kikillus-Restaurants im Hotel Ambiente am Gottesacker zum 5. Mai, sprach der Eigentümer des Hotels von "offenen Gutscheinen in einem fünfstelligen Bereich".

Erzürnte Gäste meldeten sich

David Kikillus hatte dieser Darstellung heftig widersprochen, doch in den darauffolgenden Wochen meldeten sich viele erzürnte Gäste bei dieser Redaktion. Weder hatte ihnen der Koch die von ihm versprochene Rückerstattung ausgezahlt, noch sein Versprechen wahr gemacht, die Gutscheine könnten in seinem neuen Restaurant eingelöst werden. Dieses wollte Kikillus - via Facebook-Ankündigung - im Sommer in Dortmund eröffnen. Den Eintrag gibt es inzwischen nicht mehr. Mehrfache Anfragen unserer Redaktion ließ der Familienvater unbeantwortet.

Der gebürtige Dortmunder Koch, der seit dem Frühjahr 2014 in dem von ihm gepachteten Kikillus-Restaurant hohes Küchen-Niveau zelebrierte und dafür im November 2015 mit seinem ersten Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, schuldet nicht nur Gästen die Einlösung oder Auszahlung von Gutscheinen, sondern auch Ex-Angestellten die letzten Gehälter.

Ehemalige Angestellte haben Restaurant übernommen

Mitte August eröffneten frühere Angestellte mit einem neuen Team das Restaurant im Hotel Ambiente unter dem Namen "Der Schneider". Sie pflegen dort ein anderes Konzept mit individuell auf den Gast zugeschnittenen Angeboten. Der Strafbefehl gegen David Kikillus sieht eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen 10 Euro vor - so der stellvertretende Sprecher des Amtsgerichtes, Jan Schwengers, auf Anfrage dieser Redaktion. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Schwengers sagt, Kikillus habe nun 14 Tage Zeit, gegen dieses vereinfachte Strafverfahren (ohne mündliche Gerichtsverhandlung) Einspruch einzulegen. Geschehe dies, komme es zur Hauptverhandlung gegen den früheren Sternekoch.

David Kikillus, der seine Ausbildung im Hotel "Römischer Kaiser" in Dortmund absolvierte, hatte in seiner Heimatstadt vormals im Hotel und Spa L'Arrivée an der Wittbräucker Straße gekocht und im früheren Restaurant "Fénix" im Erdgeschoss des FAPS, dem Facharztzentrum am Phoenix-See.

Viele Stationen in der Karriere

Dieses ging 2012 als erstes Restaurant am See an den Start und wechselte danach mehrfach den Betreiber und Namen. Vor seiner Station als Küchenchef im Hotel L'Arrivée Ende 2011 kochte Kikillus unter anderem in Kitzbühel, Konstanz, Castrop-Rauxel, Essen, Düsseldorf, auf Mallorca, in Malaga auf dem spanischen Festland, ferner in Österreich, Griechenland und der Schweiz, dann noch in Berlin und in der Ukraine.

Kikillus kochte unter anderem für Bundeskanzlerin Angela Merkel und Formel-Eins-Legende Michael Schumacher. Lorbeeren erntete das Talent am Herd schon früh: Er wurde unter anderem mit zwei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille "Culinary World Cup 2002" in Luxemburg, einer Bronzemedaille "Großer Preis der Köche" in Hamburg und einer Silbermedaille "Salon Culinaire" in Maastricht ausgezeichnet.

Als ihm im November 2015 der Gourmetführer Michelin einen ersten Stern zuerkannte, war der Dortmunder außer sich vor Freude, so hieß es vor knapp einem Jahr aus dem Hotel Ambiente, seiner letzten Wirkungsstätte.