Stillstand nach Pleiten am Campus der TU Dortmund

Auch beim Neubau Chemie/Physik der TU Dortmund verzögert sich die Fertigstellung wegen der Insolvenz der Rohbaufirma.
Auch beim Neubau Chemie/Physik der TU Dortmund verzögert sich die Fertigstellung wegen der Insolvenz der Rohbaufirma.
Foto: Ralf Rottmann
Die Baukräne ragen am Campus in den Himmel, doch die Arbeiten ruhen. Die TU Dortmund ist derzeit vom Insolvenz-Pech verfolgt. Wie TU und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb bestätigen, verzögern aktuell die Pleiten von gleich drei Baufirmen die Fertigstellung neuer Gebäude auf dem Campus.

Dortmund. Die Baukräne ragen am Campus in den Himmel, doch die Arbeiten ruhen. Die TU ist derzeit vom Insolvenz-Pech verfolgt. Wie TU und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb bestätigen, verzögern aktuell die Pleiten von gleich drei Baufirmen die Fertigstellung neuer Gebäude auf dem Campus.

Der größte Gebäudetrakt, der von Zahlungsunfähigkeit einer Baufirma betroffen ist, ist das zukünftige Physik- und Chemiegebäude auf dem Campus Nord mit einem Investitionsvolumen von über 58 Millionen Euro. Bereits im Juli 2011 wehte der Richtkranz über dem Rohbau, der ursprünglich in acht Wochen fertig werden sollte.

BLB-Niederlassungsleiter Helmut Heitkamp bestätigte auf Anfrage, dass die Rohbaufirma Gutehoffnungshütte jetzt in die Insolvenz gegangen sei. Die Fertigstellung verzögere sich deshalb und auch wegen weiterer Probleme bis Februar 2013 - nach jetziger Planung. Die Insolvenz treffe den Bauherrn aber nicht ganz so hart, weil ein Großteil der Rohbauarbeiten fertig sei.

Höchste Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung

Der Bau des Chemie- und Physik-Gebäudes war im Februar 2010 begonnen worden und soll die Naturwissenschaftler der TU auf sechs Geschossen aufnehmen, um Platz für die Sanierung des Altbaus zu haben.

Die neu entstehenden Büro- und Laborflächen in dem Gebäude stellen die höchsten Anforderungen an die technische Gebäudeausrüstung. Hocheffiziente Rückgewinnungssysteme für Wärme, Kälte und Helium optimieren den Energieverbrauch im Gebäude.

Im Anschluss an die Fertigstellung des Neubaus ist geplant, das über 30 Jahre alte Bestandsgebäude zu sanieren, um es an die zeitgemäßen Erfordernisse der Lehre und Forschung anzupassen.

106 Millionen Euro werden investiert

Der Neubau ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Modernisierungsmaßnahmen: Bis Ende 2013 investiert das Land insgesamt 106 Millionen Euro in das Hochschulmodernisierungsprogramm an der Technischen Universität Dortmund. Aber auch das zukünftige Seminargebäude ist kurz nach dem Richtfest vom Pech verfolgt. Hier musste ein Nachunternehmer, den eine beauftragte Firma bestellte, Zahlungsunfähigkeit anmelden. Um welche handwerklichen Leistungen es sich handelt, wollte der BLB nicht sagen.

Immerhin sei das Seminargebäude „weitgehend im Terminplan“. Dieses Gebäude werde möglicherweise noch rechtzeitig zum Beginn des Wintersemesters fertig, so Heitkamp. Derzeit werden am Campus Süd Container errichtet, die als Ausweichquartiere für die Geschossbauten IV und V auf dem Campus Süd dienen. Die beiden Geschossbauten sollen abgerissen und bis Anfang 2014 durch neue Bauten ersetzt werden.

"Wir können nichts dazu sagen"

Kurz vor Abschluss der Arbeiten hat der Generalunternehmer, der die Container im Auftrag der TU Dortmund errichtet hat, ebenfalls Insolvenz angemeldet. Derzeit ruht die Baustelle, die TU steht in Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter über die Fertigstellung der Bauten.

„Wir rechnen damit, dass es durch die Insolvenz zu Verzögerungen kommt, können dazu jedoch nichts sagen“, so eine TU-Sprecherin.

 
 

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