Stellenabbau im St.-Johannes-Hospital in Dortmund

Foto: Ralf Rottmann
Auf einer Mitarbeiterversammlung hat der Geschäftsführer des St.-Johannes-Hospitals angekündigt, 15 Stellen zu kürzen. Ärztestellen seien vom Stellenabbau nicht betroffen. Damit brachte er etwas Klarheit in die seit Wochen brodelnde Gerüchteküche am „Joho“.

Dortmund.. Viel ist in den letzten Wochen gemunkelt worden im St.-Johannes-Hospital. Ein Gerücht nach dem anderen machte sich unter der Belegschaft breit, es ging um Stellenabbau und rote Zahlen, doch es blieb lange bei unbestätigten Spekulationen. Niemand wusste etwas Genaueres. Bis Freitag.

Denn mittlerweile gibt es konkretere Details zur Zukunft des Krankenhauses. So sollen nach Informationen unserer Zeitung in den kommenden Monaten 15 Stellen abgebaut werden. Ärztestellen sollen nicht betroffen sein.

Um etwas Klarheit in die brodelnde Gerüchteküche zu bringen, lud die Geschäftsführung gestern zur Mitarbeiterversammlung, um der Belegschaft des Hospitals Rede und Antwort zu stehen. Nach Informationen unserer Zeitung folgten Hunderte Mitarbeiter der Einladung. In der Kantine sei kaum noch Platz gewesen, heißt es.

Hunderte Mitarbeiter bei Versammlung

Geschäftsführer Günther Nierhoff soll während der Versammlung im Groben das bestätigt haben, was er zuvor auch gegenüber unserer Zeitung geäußert hatte: Dass, auch wenn der Rechnungsabschluss noch nicht vorliege, wohl keine schwarze Zahl unter dem Strich stehen werde. Und: Dass eben jene 15 Stellen abgebaut werden sollen. Hauptgrund für den Stellenabbau seien die gestiegenen Personalkosten.

Welche Bereiche genau von den Kürzungen betroffen sind, dazu habe sich Nierhoff nicht geäußert. Er soll zudem gesagt haben, die Formulierung „betriebsbedingte Kündigungen“ habe man weder in Dortmund noch im zur St.-Johannes-Gesellschaft gehörende St. Marien Krankenhaus in Hamm jemals in den Mund genommen. Zudem habe er erneut bekräftigt, dass das Krankenhaus in Hamm das „Joho“ keinesfalls herunterziehe.

Kritik und keine Beschwerden

Kritisch sollen die Mitarbeiter die Tatsache angesprochen haben, dass aufgrund des Umbaus am Joho die OPs auch bei Routine-Eingriffen noch bis nach 20 Uhr genutzt werden. Das soll schon seit Ende 2010 der Fall sein, und auch die Geschäftsführung soll spätestens 2011 davon Wind bekommen haben. Geschäftsführer Nierhoff habe auf der Mitarbeiterversammlung aber betont, dass die OPs in Zukunft ausschließlich bei Notfällen auch nach 20 Uhr benutzt werden sollen.

Darauf angesprochen, wieso er diese Regelung nicht schon 2011 eingeführt habe, habe Niernhoff geantwortet, bei ihm persönlich habe sich nie jemand beschwert. In Zukunft wolle sich die Geschäftsführung notfalls aber selbst davon überzeugen, dass die Regelung bezüglich der OP-Nutzung auch strikt eingehalten werde.

Insgesamt sind rund 1600 Mitarbeiter im St.-Johannes-Hospital beschäftigt. Es stehen insgesamt 570 Betten zur Verfügung. Das kirchliche Krankenhaus bezahlt seine Mitarbeiter nach TVÖD-Tarif und teilweise darüber hinaus.

 
 

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