9. Jahrhundert: Reinoldus findet seinen Weg nach Dortmund

Reinoldus als Mönch.
Reinoldus als Mönch.
Foto: Stefan Reinke
Reinhold kehrt aus dem Heiligen Land zurück und lässt sich als Mönch in Köln nieder. Dort hilft er beim Bau des Doms. Wütende Arbeiter erschlagen ihn. Sein Leichnam kommt auf wundersame Weise nach Dortmund - aus Reinhold wird der Heilige Reinoldus.

Dortmund. Nach dem dramatischen Tod seines Wunderpferdes Bayard ist Reinhold als Pilger ins Heilige Land gereist. Dort kämpft er bei der Befreiung Jerusalems. Nach seiner Rückkehr aus Palästina lässt er sich als Mönch im Kloster St. Pantaleon in Köln nieder.

Gleichzeitig verdingt er sich als gewöhnlicher Arbeiter am Bau des Kölner Doms. Da er bereit ist, für einen besonders niedrigen Lohn zu arbeiten, zieht er den Unmut der anderen Arbeiter auf sich. Die Situation eskaliert und wütende Arbeiter erschlagen Reinhold mit einem Hammer. Sein Leichnam wird in einen Sack gestopft und in den Rhein geworfen.

Das erste Wunder

Doch Reinholds Leiche bleibt nicht in dem Fluss. In einem Traum wird eine gelähmte Frau an den Schauplatz des Mordes gerufen. Sie kann den Leichnam auf wundersame Weise bergen. Fische bringen Reinoldus ans Ufer, Engel singen, der Körper Reinholds leuchtet. Bald darauf wird die Frau von ihren Leiden geheilt. Die Glocken Kölns beginnen zu läuten.

Reinhold soll in einer Kölner Kirche beigesetzt werden, doch weitere Wunder verhindern das. Der Karren, auf dem sich der Leichnam befindet, fährt selbständig bis Tremonia — Dortmund. Als sich der Karren der Stadt nähert, beginnen die Glocken zu läuten. Bürger strömen zu dem Gefährt. Kranke werden auf wundersame Weise geheilt. Die Dortmunder errichten zu Ehren Reinholds eine nach ihm benannte Kirche und erklären Reinhold zum Stadtpatron.

Wann kam Reinoldus wirklich nach Dortmund?

Theorien besagen, dass die Reliquien erst im 10. Jahrhundert von Köln nach Dortmund kamen. Unter welchen Bedingungen das geschah, ist unklar. Andere Quellen behaupten, die Reliquien seien im Jahr 1059 durch den Kölner Erzbischof Anno II. im Tausch mit den Pantaleons-Reliquien von Köln nach Dortmund gekommen.

Die Legende, dass sich der Wagen mit Reinholds Leichnam selbständig von Köln nach Dortmund bewegt habe, hält einer ernsthaften, wissenschaftlichen Überprüfung offenbar nicht stand. Im Übrigen wird Dortmund erst 880 zum ersten Mal schriftlich erwähnt.

Aber – wie gesagt – in der Reinhold-Legende lassen sich Dichtung und Wahrheit nicht auseinander halten.

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