8. Jahrhundert: Reinoldus wird geboren

Die vier Haimonskinder auf dem Rücken des Wunderpferdes Bayard.
Die vier Haimonskinder auf dem Rücken des Wunderpferdes Bayard.
Foto: Stefan Reinke
Als das jüngste von vier Geschwistern wird Reinhold oder Reinoldus geboren. Seine Mutter ist eine Schwester Karls des Großen. Reinholds Vater ist mit dem Frankenkönig verfeindet. Die Existenz Reinholds und seiner Brüder wird verheimlicht.

Dortmund. Im späten achten Jahrhundert, leider nicht genau datiert, heiratet Karls Schwester Aya den Grafen Haimon von Dordogne – einen Feind Karls des Großen. Graf Haimon gehört zu einer Gruppe Adeliger, die dem König zwar Vasallentreue geschworen hatten, sich aber gegen den von Karl praktizierten Zentralismus zur Wehr setzen. Aus welcher Region Haimon stammt, ist strittig.

Entweder steht "Dordogne" für die gleichnamige Landschaft in Südfrankreich, wo es auch eine Festung namens Montalban (oder Montauban) gibt. Oder aber der Name "Dordogne" leitet sich von "d'Ardennes" ab, was bedeuten würde, dass Haimon aus dem belgisch-französischen Grenzgebiet stammt. Auch für diese These finden sich Hinweise.

Wie auch immer: Die Mutter verbirgt ihre Söhne vor Haimon, da dieser geschworen hat, Karls Geschlecht auszulöschen. Karl und Haimon führen erbitterte Kriege gegeneinander. Doch Haimon entdeckt seine Söhne, die vier Haimonskinder: Adelhard (Allard, Adelaert), Ritsart (Richard, Risaert), Witsard (Guichard, Writsaert ) und Reinoldus (Reinhold, Renaut, Reinhout) von Montalban. Wider Erwarten, schlägt Haimon die Söhne zu Rittern und schenkt Reinhold, dem stärksten der Brüder, das Wunderpferd Bayard.

Andere Quellen schildern den Fall etwas anders. Ihnen zufolge werden die Haimonskinder nicht vor ihrem Vater, sondern vor Karl dem Großen versteckt, da das Paar geschworen haben soll, kinderlos zu bleiben.

Treues Wunderpferd

Den vier Haimonskindern steht ihr Vetter Malegys (frz. Maugis) zur Seite, der Magie beherrscht. Malegys unterstützt die Kinder und hilft ihnen oft aus aussichtslosen Situationen. Der treueste Diener der Haimonskinder ist jedoch das riesige Wunderross Bayard mit seinen übernatürlichen Kräften. Dank seiner Ausdauer und Schnelligkeit können die Brüder immer wieder fliehen oder in Kämpfen gegen Soldaten Karls bestehen. Reinhold hatte das Pferd gebändigt, worauf es ihm und seinen Brüdern bedingungslos treu wurde. Mittelalterliche Darstellungen zeigen die vier Brüder auf dem Rücken Bayards sitzend. Das Motiv ziert auch einen Schlussstein im Deckengewölbe der Reinoldikirche in Dortmund.

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