775: Karl der Große erobert die Syburg

St. Peter Syburg
St. Peter Syburg
Im Jahr 775 betritt Karl der Große erstmals das heutige Dortmunder Stadtgebiet. Auf seinem Feldzug gegen die Sachsen erobert der Frankenkönig eine Burg hoch über der Ruhr — die Syburg.

Dortmund. Karl der Große führt Krieg gegen die heidnischen Sachsen. Auf seinem Feldzug erobert er die sächsische Fliehburg Sigiburg im heutigen Dortmund-Hohensyburg, oberhalb des Zusammenflusses von Lenne und Ruhr.

Nahe der Burg lässt der Frankenkönig die heutige Kirche St. Peter Syburg bauen – Dortmunds älteste Kirche. Da der König von Syburg aus weiter über den Hellweg Richtung Osten zieht, kommt er wahrscheinlich auch durch das spätere Dortmunder Kerngebiet. Brackel wird Reichshof. Wegen seiner Lage an der Kreuzung des Hellwegs mit der aus Köln kommenden Nord-Süd-Verbindung (heute die Achse Brück- und Wißstraße) entwickelt sich Dortmund im Laufe der nächsten Jahrhunderte zum wichtigsten Königshof zwischen Duisburg und Paderborn.

Die Dortmunder berufen sich daher gerne auf Karl den Großen als Gründer der Stadt. Urkundliche Belege gibt es dafür nicht.

Kirche wurde im Beisein Karls des Großen geweiht

799 erhielt Syburg Marktrechte und richtete eine Wallfahrt am Tage St. Markus ein. Mit der fatalen Folge, dass Dortmund im Jahr 1297 bis auf drei Steinhäuser abbrannte, weil alle Bürger gerade nach Syburg gepilgert waren.


Vor Zerstörungen war aber auch Hohensyburg nicht gefeit. So brannte die Kirche St. Peter, die 799 durch Papst Leo III. im Beisein König Karls geweiht wurde (neuere Forschungen gehen davon aus, dass der Papst sie lediglich besucht hat, da sonst seit ersten Erwähnung 776 zu viel Zeit vergangen wäre), nach einem Angriff der Franzosen im Jahr 1673 ab. Wiederaufgebaut werden musste das Gotteshaus auch nach dem zweiten Weltkrieg, in dem es durch eine britische Fliegerbombe stark beschädigt wurde.


Heute ist Syburg in erster Linie Ausflugsziel am Wochenende. Sei es mit dem Motorrad oder zu Fuß, ein Abstecher zur Aussichtsplatform zu Füßen des Kaiser-Wilhelm-Denkmals muss sein. Unterhalb des Denkmals befindet sich eine der ältesten Zechen Dortmunds. Im Besucherbergwerk Graf Wittekind arbeiten Hobby-Bergleute in einem alten Stollen — ein spannendes Erlebnis.

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