1421: Die Reinoldikirche wird erweitert

Foto: Stefan Reinke
Die reiche Stadt Dortmund gönnt sich eine größere Kirche — die Reinoldikirche bekommt einen größeren Chor, dem Heiligen Reinoldus wird ein neues Reliquienhaus gebaut. Die stolzen Stadtväter setzen beim Bau des Chores ein besonderes Zeichen in Richtung des Erzbistums Köln.

Dortmund. Im Jahr 1421 wird die Reinoldikirche erweitert. Beim Neubau des Chors werden die Reinoldus-Reliquien in einem lichtdurchfluteten Gebäude aus Stein und Glas untergebracht. Bemerkenswert: Der Chor wird nicht von der Kirche gebaut, sondern von der Stadt und ihren Bürgern, die somit die Reinoldikirche aus dem Einflussbereich des Erzbischofs von Köln herauslösen. Die monumentale Reinoldus-Statue zieht an ihren heutigen Standort vor dem Chor.

Die weltlichen Stadtoberen lassen sich in diesem heiligsten Bereich der Kirche ein nobles, hölzernes Chorgestühl errichten und machen somit deutlich, wer in der Reinoldikirche das Sagen hat. Die Schlüssel zu den Reinoldus-Reliquien befinden sich in der Obhut der Bürgermeister. 1456 wird in der Reinoldikirche das Reliquienhaus errichtet, das dort heute noch steht.

Überlieferungen schildern, dass die Reliquien reich geschmückt gewesen sein müssen, mit Gold, Silber, Korallen und Edelsteinen. Im Kopf war ein aufklappbarer Deckel, der den Blick auf die eingeschlagene Schädeldecke des Reinoldus ermöglichte. In den folgenden Jahren soll es zu zahlreiche Wunderheilungen im Zusammenhang mit den Reliquien gekommen sein.

Dortmund wird protestantisch

1570 erhält Dortmund ein neues Kirchenregiment, die großen Kirchen der Stadt, allen voran die Reinoldikirche, werden protestantisch. Nur wenige Familien bleiben katholisch, darunter die Kaufmannsfamilie Klepping und die Berswordts.

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