1378: Der Ursprung des Pfefferpotthast-Festes in Dortmund

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Die Feinde Dortmunds lassen nicht locker. Mit einer List versucht Agnes von der Vierbecke, feindliche Soldaten in die stark befestigte Stadt zu schleusen. Doch der Zufall und der Legende nach auch der Heilige Reinoldus retten die Stadt abermals vor den Angriffen.

Dortmund. Am Sonntag, den 4. Oktober 1378, soll Reinhold abermals bei der Verteidigung der Stadt Dortmund mitgeholfen haben. Die verwitwete – sie war mit dem Dortmunder Kaufmann Sudermann verheiratet – und mit dem Grafen Dietrich von Dinslaken (einem Bruder des Grafen von der Mark) befreundete Agnes von der Vierbecke will an diesem Tag bewaffneten Truppen des Grafen Dietrich Zugang zur Stadt Dortmund verschaffen.

Sie versteckt einige Soldaten in einem Heuwagen, den sie mit einer Fuhre Holz – offenbar gemeinsam mit ihrem Sohn – zum Wißstraßenturm fährt. Vor dem Tor verstecken sich der Graf Conrad von Dortmund und weitere Soldaten. Die Dortmunder Stadttore sind Doppeltore mit einem äußeren und einem inneren Tor. Agnes blockiert mit ihren Wagen das äußere Tor. Anschließend überredet sie den Torwächter Hermann Rübenkamp, ihr einen Topf Pfefferpotthast zu holen. Der Wächter verlässt seinen Posten und geht zu den Fleischbänken.

Verräter werden verurteilt und hingerichtet

Im Glauben, Rübenkamp hätte das innere Tor offen stehen gelassen, gibt Agnes das Signal zum Sturm auf die Stadt – doch das innere Tor ist geschlossen. Unter Mitwirkung des Heiligen Reinoldus werden die Dortmunder auf den Verrat aufmerksam und erschlagen die Angreifer. Agnes, ihr Sohn Arnold und Graf Conrad von Dortmund werden auf dem Wißstraßenturm festgenommen und noch am selben Tag angeklagt und hingerichtet. Rübenkamp, Arnold und Graf Conrad werden enthauptet, Agnes auf ihrem Holzwagen verbrannt.

Der Markgraf beteuert Agnes’ Unschuld und informiert weitere Städte über das seiner Ansicht nach unrechtmäßige Vorgehen der Dortmunder. In der Folge verbünden sich zahlreiche Grafen gegen Dortmund – die große Dortmunder Fehde bricht schließlich 1388 aus. Die Stadt Dortmund hält den Angriffen eines übermächtigen Heeres stand. Da die Bürger Getreide gebunkert haben, misslingt die Belagerung der Stadt. Bei den Angriffen der Feinde steht Reinoldus der Legende nach auf der Stadtmauer und wehrt Steingeschosse ab, fängt sie und schleudert sie auf die Angreifer.

Bogenschützen aus England helfen den Dortmundern

Englische Bogenschützen helfen den Verteidigern, denn die Beziehungen Dortmunder Kaufleute auf die Insel sind hervorragend – schließlich war sogar die englische Krone bis 1344 an ein Konsortium aus westfälischen,, allen voran Dortmunder, Kaufleuten verpfändet, weil das Königreich Kredite für den Hundertjährigen Krieg gegen Frankreich benötigte. Die Dortmunder erhielten außerdem Zugriff auf den englischen Wollhandel. Die Gilde der Dortmunder Fernhändler nannte sich ausgerechnet – Reinoldigilde.

Durch mehr als 100 Ausfälle aus der Stadt erringen die Dortmunder mehrere Siege gegen die Angreifer und können nach und nach auch wieder ihre Felder jenseits der Stadtmauern bestellen. Doch bei dem Versuch, die Hörder Burg zu erobern scheitern die Dortmunder. Erst ein Spruch der Stadt Soest stiftet Frieden. Dortmund muss Geldzahlungen an die Angreifer leisten.

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