1377 und 1378: Kaiser Karl IV. besucht Dortmund — Kämpfe gehen weiter

Kaiser Karl IV. brachte die ihm übergebenen Teile der Reinoldus-Reliquien in den Prager Veitsdom.
Kaiser Karl IV. brachte die ihm übergebenen Teile der Reinoldus-Reliquien in den Prager Veitsdom.
Foto: imago stock&people
Mit einem triumphalen Empfang wird Kaiser Karl IV. in Dortmund begrüßt. Der mächtigste Mann Europas küsst die Reliquien des Heiligen Reinoldus und erhält als Gastgeschenk zwei Knochen des Stadtpatrons. So beginnt die Reise der sterblichen Überreste.

Dortmund. Am 22. November 1377 besucht Kaiser Karl IV. Dortmund. Der Kaiser kommt aus Richtung Soest zum Ostentor. Ab Unna erhält Karl IV. das Geleit von 200 Dortmunder Reitern. In Körne werden dem Kaiser von einer Prozession, an der Mönche und Nonnen der Dortmunder Klöster sowie Geistliche und die Stadtspitze teilnehmen, die Schlüssel zur Stadt übergeben.

Haupt und Gebeine des Stadtpatrons werden in einem silbernen Schrein zum Kaiser getragen, den ein Lichtermeer aus Kerzen empfängt – alle verfügbaren Wachskerzen der Stadt wurden gesammelt und entzündet. Karl steigt von seinem Pferd, klappt das Reliquiar, das die Form einer Büste hat, am Kopf auf und küsst die eingeschlagene Schädeldecke des Heiligen.

Über den Ostenhellweg zieht der Tross zur Reinoldikirche. Nach der Messe darf sich der Kaiser zwei Knochen aussuchen. Er wählt unter anderem das rechte Schienbein. Mit diesem Geschenk gelten Stadt und Kaiser als vereint. Der Kaiser nimmt die Knochen mit in den Veitsdom in Prag.

Angriffe der Nachbarn gehen weiter

Dortmund wird weiterhin Ziel der Angriffe der mit dem Erzbistum Köln verbündeten Grafschaften im Umland, insbesondere des Grafen Engelbert III. von der Mark. Die Grafen von der Mark hatten zuvor zahlreiche Siedlungen rund um das Dortmunder Stadtgebiet gegründet.

Schon im 12. Jahrhundert wurden zu diesem Zweck Bauern aus dem Dorf Wellinghofen ins neu gegründete Hörde umgesiedelt. Weitere Siedlungen, die den Ring um Dortmund schließen sollen, sind Herdecke, Witten, Bochum, Castrop, Lünen, Unna und Schwerte.

Bei den Angriffen im Jahr 1377 leisten die Dortmunder heftigen Widerstand. Die Angreifer sind in der Übermacht und besitzen Geschütze. Der Legende nach hilft Stadtpatron Reinhold den Dortmundern und steht mit erhobenem Schwert auf der Stadtmauer und schleudert schwere Steine auf die angreifenden Soldaten.

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