12.-13. Jahrhundert: Reinoldus hinterlässt Spuren in Europa

Das Gesicht der hölzernen Reinoldus-Skulptur in der Dortmunder Reinoldikirche.
Das Gesicht der hölzernen Reinoldus-Skulptur in der Dortmunder Reinoldikirche.
Foto: Stefan Reinke
Ab dem 12. Jahrhundert steigt Dortmund zur Wirtschaftsmacht auf. Händler aus der Stadt sind in England, Skandinavien und im gesamten Ostseeraum tätig. Sie hierlassen Spuren — in Form von Reinoldus-Plaketten. Der Stadtpatron stiftet Identität.

Dortmund. Der Städtebund Hanse bestimmt die Warenströme in Europa. Dortmunder Kaufleute spielen dabei eine gewichtige Rolle. Die wichtigste Dortmunder Kaufmannsgilde, die Fernhändler, benennt sich nach dem Stadtpatron: Reinoldigilde.

Der Einfluss Dortmunder Kaufleute reicht bis weit in den Ostseeraum, sowie nach Novgorod, hoch nach Gotland oder auch bis Bergen in Norwegen. Die Dortmunder Kaufleute hinterlassen auf ihren zahlreichen Handlungsreisen Spuren in Form von Reinoldusbänken und Pilgerabzeichen, die erst in der Neuzeit Dortmunder Kaufleuten zugeschrieben werden konnten, im gesamten Ostsee- und skandinavischen Raum.

Dortmunder Münzen im Ostseeraum gefunden

In Gotland wurden Hunderte in Dortmund geprägte Münzen gefunden. Dortmunder Kaufmannsfamilien wie die Sudermanns, Berswordts, Kleppings, Spissenagels oder Muddepennings unterhalten im Mittelalter Filialen in Städten wie London, Brügge, Lübeck, Danzig, Tallinn und Krakau.

Der Heilige Reinoldus spielt im städtischen Leben eine wichtige Rolle – er ist nicht nur Stadtpatron, sondern eine juristische Person. Für Kredite werden beispielsweise Zinszahlungen an Reinhold fällig. Das Geld fällt natürlich der Kirche zu.

Es gibt Historiker, die Anzeichen dafür sehen, dass Dortmunds Heiliger Reinoldus gewissermaßen Modell stand für den weitaus bekannteren — aber jüngeren — Schutzheiligen der Hansestadt Bremen: den Roland. Wer sich das Standbild in der Reinoldikirche anschaut, kann in der Tat zu dem Schluss kommen.

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