Stadt will Ratten mit Giftködern töten

Das Dortmunder Ordnungsamt erhofft sich Hilfe von Hausbesitzern beim Kampf gegen die Rattenplage. (Archivbild)
Das Dortmunder Ordnungsamt erhofft sich Hilfe von Hausbesitzern beim Kampf gegen die Rattenplage. (Archivbild)
Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Für Ratten werden es die zwei schlimmsten Wochen des Jahres: Das Ordnungsamt will den scheulosen Nagern wieder mit Giftködern an den Pelz — und ruft Hausbesitzer auf, bei der Bekämpfung der Rattenplage zu helfen. Sie sind ohnehin gesetzlich zur Rattenbekämpfung verpflichtet.

Dortmund. Das Ordnungsamt will die Ratten-Plage eindämmen und ruft Dortmunder Hausbesitzer zur Mithilfe auf — wie jedes Jahr um diese Zeit. Die Aktion läuft flächendeckend zwei Wochen lang — vom 14. bis zum 28. Februar.

Ratten sind sehr anpassungsfähig. Sie besiedeln nahezu alle Lebensräume und halten sich besonders gern in der Nähe des Menschen auf. Durch ihre hohe Fortpflanzungsrate können die Tiere nicht nur wirtschaftliche Schäden anrichten — sie übertragen auch Krankheiten. Schon deshalb muss der Befall in Grenzen gehalten werden. Komplett aus der Stadt verbannen kann man die Tiere nicht. Die Rattenbekämpfung ist und bleibt eine Daueraufgabe.

Das Tiefbauamt geht den Ratten an den Kragen, indem Rattengift im gesamten städtischen Kanalnetz verteilt wird.

Private Hausbesitzer sollen helfen

Aber auch private Grundstückseigentümer sind gesetzlich zur Rattenbekämpfung verpflichtet: Eigenverantwortliche Maßnahmen sind unter anderem im Infektionsschutzgesetz festgeschrieben.

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Von daher ruft das Ordnungsamt einmal im Jahr zu einer flächendeckenden Rattenbekämpfungs-Aktion in ganz Dortmund auf. Eine solche Aktion ist aber nur sinnvoll, wenn sich jeder betroffene Hauseigentümer anschließt. Falls Gift eingesetzt wird, bietet das Ordnungsamt Hinweisschilder an, die in mehreren Sprachen auf die die akute Gefahr hinweisen.

Die Maßnahmen sind jedem selbst überlassen: Rattenbekämpfungsmittel aus Apotheken, Samenhandlungen oder Fachgeschäften ist genauso wirksam wie der (teurere) Einsatz eines professionellen Schädlingsbekämpfers. Eine Rattenbekämpfung auf Privatgrundstücken seitens der Stadt wird seit Schließung der städtischen Desinfektionsanstalt 1987 nicht mehr angeboten.

Ratten auf städtischen Grundstücken melden

Auch Bürger ohne eigenes Grundstück sind zur Mithilfe aufgerufen: Wer Ratten auf städtischen Grundstücken entdeckt, sollte sich bei der Stadt unter 0231-500, 0231-502.88.88 oder 0231-502.63.79 melden.

Um Kinder nicht zu gefährden, sollte auf Spielplätzen und in deren näherer Umgebung generell auf Rattengift verzichtet werden. Sollten Bekämpfungsmaßnahmen absolut unumgänglich sein, müssen besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Ein Tipp zum Schutz von Igeln oder anderen Tieren: Die Giftköder sollten so platziert werden, dass sie nur für Ratten erreichbar sind — etwa auf oder in einem 50 cm hohen Blumenkübel. Haustiere sollten während der Aktion besonders beaufsichtigt werden.