Stadt will Brummi-Verbot für die B1

Die Stadt Dortmund will den LKW-Durchgangsverkehr jetzt auch tagsüber von der B1 verbannen - zumindest befristet für vier Jahre. Damit kommt sie Vorgaben der EU und Forderungen einer Bürgerinitiative nach. Denn an der B1 werden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid seit Jahren überschritten.

Dortmund. Der Autoverkehr mit Dieselmotoren gilt aus Hauptversursacher des erhöhten Stickstoffdioxid-Ausstoßes, der inbesondere zu Lungenkrankheiten führen kann.

Deshalb fordert die Bürgerinitative der B1-Anwohner seit längerer Zeit, das seit einigen Jahren bestehende nächtliche Durchfahrtsverbot für schwere LKW auch auf die Tagesstunden auszudehnen. Zuletzt hatte die Initiative als Kompromiss eine probeweise Befristung des Fahrverbots auf vier Jahre angeregt.

Verdrängung auf Autobahn-Ring

Auf diesen Vorschlag geht die Spitze der Dortmunder Verwaltung jetzt ein und macht dem Rat der Stadt einen entsprechenden Vorschlag. Ob die Politik der Einsicht folgt, ist unklar. Denn vor zwei Jahren hatten SPD und CDUnoch ein Durchfahrtsverbot für LKW auf der B1 aus Lärmschutzgründen abgelehnt. Sie argumentierten, dass das Lärmproblem bei einer Verdrängung des Brummi-Verkehrs auf den Autobahn-Ring um Dortmund mit A1, A2 und A45 nur verlagert werde.

Nun stellt sich das Problem, dass die Stadt nach den Vorgaben der EU handeln muss, weil der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an der B1 weiterhin überschritten wird. "Jetzt besteht die Notwendigkeit zu handeln", erklärt Umweltdezernent Martin Lürwer.

Anlieger haben freie Fahrt

Stimmt die Politik zu liegt die letzte Entscheidung bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Selbst wenn sie grünes Licht für ein Fahrverbot gibt, bedeutet dies nicht, dass die LKW ganz von der B1 in Dortmund verschwinden. Denn Anlieger haben weiter freie Fahrt. Und dieser Begriff wird vom Gesetzgeber großzügig ausgelegt: Als Anlieger gelten LKW, die in einem Umkreis von 75 Kilometern starten oder anliefern.

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