Stadt will Bauanträge schneller bearbeiten

Bauen ist angesagt in Dortmund. Es drehen sich viele Kräne. Potenzielle Bauherren müssen aber Geduld haben. Denn bei der Bearbeitungszeit von Bauanträgen hängt die Stadt den Wünschen der Betroffenen und den eigenen Ansprüchen weit hinterher. Wir erklären die Hintergründe.

Dortmund. Bei 140 Kalendertagen oder 4,7 Monaten liegt nach Angaben der Stadt die durchschnittliche Bearbeitungszeit - deutlich mehr als vor einigen Jahren. Zum Vergleich: 2007 waren es 107 Tagen oder 3,6 Monate. Beim Bund Deutscher Architekten (BDA) spricht man aktuell von sechs bis neun Monaten, die man auf eine Baugenehmigung warten muss.

Die Betroffenen trösten sich allerdings damit, dass die Bearbeitungszeit in anderen Städten im Ruhrgebiet meist noch länger ist, wie Richard Schmalöer als Vorsitzender der BDA-Kreisgruppe berichtet. Und es sei das Bemühen der Dortmunder Baubehörde zu erkennen, die Verfahren zu beschleunigen.

Diese Hoffnung machte Planungsdezernent Ludger Wilde in der vergangenen Woche auch den Politikern im Ausschuss für Stadtentwicklung in nichtöffentlicher Sitzung. Die Bauaufsicht im Planungs- und Bauordnungsamt sei im Umbruch, 20 vakante Stellen seien inzwischen besetzt. In der Vergangenheit war es nicht einfach, entsprechend ausgebildete Bauingenieure für die Bauaufsicht zu finden. Jetzt befänden sich aber viele neue Mitarbeiter in der Einarbeitung, erklärt Wilde.

Die Hoffnung ist, dass die Verbesserungen bald auch für die Bauherren spürbar werden und die Bearbeitungszeit für Baugenehmigungen deutlich sinkt. Aber dazu können auch die Antragsteller ihren Teil beitragen: Hatten 2007 etwa ein Drittel der Anträge Mängel, die zu Zeitverzögerungen führten, war dies im vergangenen Jahr bei weit mehr als der Hälfte - insgesamt 57 Prozent der Fall. "Viele Antragsteller sehen die Bauaufsicht häufig in einer TÜV-Funktion", stellt Ludger Wilde fest.

Oliver Volmerich