Stadt und Polizei wollen Szene im Auge behalten

Polizei und Stadt Dortmund behalten das Haus Rheinische Straße 135, in dem die rechte Borussenfront feiern will, weiter im Auge. Foto: WR/Ralf Rottmann
Polizei und Stadt Dortmund behalten das Haus Rheinische Straße 135, in dem die rechte Borussenfront feiern will, weiter im Auge. Foto: WR/Ralf Rottmann
Foto: Ralf Rottmann

Dortmund..  Das städtische Haus an der Rheinischen Straße, in dem die rechte Borussenfront ihren Geburtstag feiern will, bleibt weiter unter Kontrolle. Polizei und Stadt haben angekündigt einzuschreiten, „wenn es dazu Anlass gibt“.

Polizei und Stadt werden in den nächsten Tagen das städtische Gebäude an der Rheinischen Straße im Auge behalten und, „wenn es dazu Anlass gibt, einschreiten“, erklärte Stadtsprecher Michael Meinders. Nachdem der Stadt Dortmund zugetragen worden war, dass rechte Kreise möglicherweise in dem städtischen Gebäude eine Gedenkveranstaltung zur Gründung der rechtsradikalen Borussenfront (1982) an Karfreitag planten, habe das Ordnungsamt Kontakt zur Polizei aufgenommen. „Dort gibt es“, betonte Meinders weiter, „keine Erkenntnisse darüber, ob und ggf. wo eine solche Veranstaltung geplant ist.“

Die Immobilie gehört seit Jahresbeginn 2011 der Stadt. Sie hatte das Haus gekauft, um zu verhindern, dass Neonazis die Immobilie kaufen. Nach wie vor nutzen Nazis die Räumlichkeiten zu verschiedenen Treffen.

Die Grünen fordern in einer Stellungnahme die Verwaltung auf, alle Möglichkeiten zu nutzen, um eine Feier der rechtsradikalen, ehemaligen Borussenfront im städtischen Gebäude zu verhindern. „Jede Aktion der Dortmunder Neonazi-Szene ist eine zu viel“, so Grünen-Fraktionschef Mario Krüger. Dass nun sogar in einem städtischen Haus der Geburtstag der Borussenfront gefeiert werden soll, sei unerträglich und eine Verhöhnung der Stadt. Aus guten Gründen habe die Stadt zu Jahresbeginn das Haus gekauft. „Von einer Auflösung der Verträge mit den jetzigen Mietern haben wir seit dem nichts mehr gehört.“

„In den letzten zwei Wochen häuften sich Anschläge der Dortmunder Neonazis gegen die, die sie als Gegner ihrer rassistischen und völkischen Ideologie ausgemacht haben“, so Ulla Richter vom Bündnis Dortmund gegen Rechts.

Hausrecht wahrnehmen

Anscheinend würden die Autonomen Nationalisten eine Art „Frühjahrskampagne“ starten, um Antifaschisten einzuschüchtern, was auch der Farbanschlag auf der Haus von HSP-Betriebsratschef Gerd Pfisterer zeige. „Die Stadt ist aufgefordert, ihr Hausrecht in dem Haus Rheinische Str. 135 wahrzunehmen und dem braunen Spuk ein Ende zu setzen.“ Ist es ein „Warmlaufen“ vor dem 1. Mai, an dem Nazi-Schläger schon einmal die Demonstration des DGB überfallen haben?

 
 

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