Stadt sucht neuen Direktor für das Dortmunder U

Dortmund. Richtig zur Ruhe kommt das Dortmunder U nicht: Die Stadt muss sich auf die Suche nach einem neuen Leiter machen. Gründungsdirektor Dr. Andreas Broeckmann wechselt nach vier Jahren in Dortmund an die Universität Lüneburg. Zum 1. Oktober.

Gründungsdirektor Dr. Andreas Broeckmann verlässt den U-Turm. Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann teilte die Personalie am Mittwoch „mit einer Träne im Auge“ mit. „Wir sind natürlich nicht ganz glücklich über den Wechsel, aber der Vertrag sah eine entsprechende Möglichkeit vor.“

Broeckmann wird Direktor des Arts Programms der Leuphana-Universität Lüneburg. „Vielleicht ist der Wechsel etwas früh, aber ich wollte das Angebot nicht ausschlagen“, so Broeckmann, der sich an der Hochschule um die Integration künstlerischer Praxis kümmern wird. „Es geht um die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Künstlern. Für mich eine Chance, meine kuratorische und wissenschaftliche Arbeit fortzusetzen.“

Broeckmanns Tätigkeit ist für die Dortmunder Öffentlichkeit unter anderem mit ISEA, dem Symposium für elektronische Kunst und dem mehrbändigen Werk des RVR über den U-Turm verbunden. Dass der Auftritt des U-Turms mit dem Design-Preis „Red Dot Award“ ausgezeichnet wurde, sei das Verdienst von Broeckmann und Labor B, so Stüdemann.

Trotz der letzten „beiden nicht ganz leichten Jahre“ habe das U durch die entwickelte Konzeption eine „gute Startposition“, bilanziert Broeckmann. Auch der BVB habe seinen Erfolg lange Jahre vorbereitet. Broeckmann: „Das U braucht Zeit, Wohlwollen und Vertrauen, dann kann es ein Exportschlager werden für Dortmund.“

Die Stadt wird für die Nachfolge nun eine Findungskommission auf die Schiene setzen. Die Gespräche über die Leitung des Hauses sollen bis Mitte Oktober geführt werden. Stüdemann hofft, dass der neue Direktor vielleicht schon im Januar, spätestens aber im Frühjahr das Amt antreten kann. Gesucht wird eine Person mit künstlerischem und großem organisatorischen Sachverstand. Den Markt nennt Stüdemann „überschaubar“ und das U eine „hoch attraktive Adresse“. Er selbst und der Chef der Kulturbetriebe Kurt Eichler werden als Zwischenlösung fungieren.

Fragen der Organisation, der Struktur des Betriebs und der angedachten Stiftung wird der Rat nach der Sommerpause diskutieren. Das Organisationswirrwarr - aus halterischen Problemen der Jahre 2009/10 erwachsen - soll dann bald ein Ende haben. Kritikern am gegenwärtigen Bauzustand hielt Stadtdirektor Stüdemann nun entgegen, dass in den Beschlussvorlagen zum Dortmunder U die Politik eindeutig auf die sukzessive Fertigstellung hingewiesen wurde. Ursprünglich sei sogar von einer Schließung für sieben Monate in 2011 die Rede gewesen. „Wir haben uns allerdings entschlossen, weiterzubauen - und nun weitestgehend den Endausbau zustande gebracht.“ So soll auch der Vorplatz bis spätestens Anfang September angegangen werden. Im Rahmen dieser Arbeiten werde auch die zerborstenen Scheiben ersetzt.

 
 

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