Stadt schnappt Rechten Szenetreff weg

Andreas Winkelsträter
Immer wieder kam es zu Demonstrationen vor dem „Donnerschlag“. Foto: Franz Luthe
Immer wieder kam es zu Demonstrationen vor dem „Donnerschlag“. Foto: Franz Luthe
Foto: WR

Dortmund. Bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus in Dortmund geht die Stadt neue Wege: „Wir haben das Haus an der Rheinischen Straße 135 gekauft“, erklärte Stadtsprecher Udo Bullerdieck auf Anfrage der Westfälischen Rundschau. In dem Gebäude war vor Jahren ein rechter Szeneladen untergebracht. Derzeit wird von dort ein Internethandel betrieben, Wohnungen wurden zudem an Personen des rechten Spektrums vermietet.

Wie Bullerdieck weiter bestätigte sei die Stadt einem „Bieter aus dem rechtsradikalen Spektrum zuvorgekommen“. Das Gebäude stand bisher unter der Verwaltung einer Immobiliengesellschaft, die davon völlig überrascht worden war, dass ihr Mieter einer der führenden rechtsextremen Köpfe in Dortmund ist. Versuche, ihn aus dem Mietvertrag zu bekommen, waren gescheitert. „Wir müssen noch einige formelle Dinge klären“, so Bullerdieck. „Mitte August wird sich das Gebäude im Besitz der Stadt befinden“. Natürlich übernehme man auch die Mietverträge. Man werde alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, „um die rechtsradikalen Aktivitäten so schnell wie möglich wegzubekommen“. Dabei werde man das Gebäude einer neuen Nutzung zuführen, die in das Gesamtkonzept „Rheinische Straße“ passt. Einzelheiten dazu wollte er nicht nennen.

Haus passt ins Gesamtkonzept Rheinische Straße

Immer wieder hatten Personen aus dem rechtsradikalen Umfeld versucht, an der Rheinischen Straße Fuß zu fassen. Dies gelang zeitweilig auch mit den Szeneläden „Buy Or Die“ oder dem „Donnerschlag“. Schließlich war es den Vermietern mit Hilfe verschiedener Unterstützungen - in erster Linie durch die Bezirksvertretung - gelungen, die Mietverträge aufzulösen.

Vor rund einem Jahr war es Dennis G., einem der Köpfe der Dortmunder Autonomen Nationalisten, gelungen, seinen Internethandel in dem Haus einzumieten. Er vertreibt dort Neonazi-Propaganda-Materialien oder auch Waffen wie Steinschleudern. Das Haus dient der rechten Szene als überregionaler Treff. G. hatte öffentliche Zuschüsse bekommen, die er jedoch zurückzahlen musste, nachdem bekannt geworden war, wofür er diese genutzt hatte.

„Der Kauf dieses Gebäudes erfolgte in diesem einen, speziellen Fall“, betont Stadtsprecher Udo Bullerdieck, „weil es hervorragend in das Gesamtkonzept Rheinische Straße / Dorstfeld“ passt.