Sperrbezirk soll Straßen-Prostitution in Dortmund eindämmen

Dortmund. Wie geht's am Straßenstrich in Dortmund weiter? Die Diskussion um die Prostitution an der Ravensberger Straße steht vor einem radikalen Kurswechsel: Die Verwaltung will dem Stadtrat vorschlagen, den Sperrbezirk auszuweiten — auf alle Dortmunder Wohngebiete.

Zu einem raschen und radikalen Kurswechsel in der Frage, wie Dortmund mit dem ältesten Gewerbe der Welt umgeht, könnte es in der nächsten Ratssitzung kommen. Polizeipräsident Hans Schulze soll Oberbürgermeister Ullrich Sierau bereits massive Unterstützung zugesagt haben.

Seit etlichen Jahren ist in Dortmund nur ein Sperrbezirk ausgewiesen, in dem die Ausübung der Prostitution untersagt ist — nämlich der erweiterte Innenstadtbereich mit Ausnahme des unauffälligen und unproblematischen Bordells in der Linienstraße. Die 1985 zuletzt bestätigte Verbotszone deckt nur einen Bruchteil des Stadtgebietes ab.

Ganz anders in München. Dort hat die Regierung von Oberbayern auf Vorschlag der Landeshauptstadt schon Anfang 2004 eine zwölf Seiten lange „Rechtsverordnung über das Verbot der Prostitution zum Schutze des öffentlichen Anstandes und der Jugend“ in Kraft gesetzt: Die listet 27 Sperrbezirke mit sämtlichen Straßen und Plätzen auf und deckt sämtliche Wohngebiete zu 100 Prozent ab. Damit stehen mehr als 80 % der Stadtfläche unter Schutz.

Arnsberg hat "blitzartige Bearbeitung" zugesagt

Nach WAZ-Informationen denkt die Stadt Dortmund gemeinsam mit der Polizei und anderen Teilnehmern der Sicherheitskonferenz jetzt verstärkt darüber nach, dem Rat für dessen Sitzung am 31. März vorzuschlagen, den Geltungsbereich unserer Sperrbezirksverordnung drastisch auszuweiten. Die verschärften Bestimmungen könnten ganz schnell in Kraft treten; die Bezirksregierung in Arnsberg soll bereits eine blitzartige Bearbeitung zugesagt haben.

An der Stellschraube Sperrgebiet zu drehen, macht vor allem dann Sinn, wenn der Straßenstrich an der Ravensberger Straße in der Nordstadt geschlossen wird. Zwar prüft die Stadt noch mehrere Varianten - etwa die Verlagerung zum Kraftwerk Knepper in Mengede. Doch die meisten Alternativen sehen das Aus für den Strich im Norden vor.

Das könnte der Rat Ende März ganz formell beschließen; damit schlösse sich das Stadtparlament dem Willen einer großen Mehrheit in der Bezirksvertretung Nord an.

Rechtliche Handhabe

Für den Fall, dass eine Ratsmehrheit die Schließung des Straßenstrichs als zu riskant für die übrigen elf Stadtbezirke einschätzt, könnte die Anlage - wegen dringlicher Bauarbeiten - zumindest vorübergehend stillgelegt werden.

So oder so besteht dann aber die Gefahr, dass die Anbahnung und Ausübung der Prostitution wieder in die nahen Wohngebiete - bis hin nach Eving - schwappt. Für den Fall benötigen Polizei und Ordnungsamt eine rechtliche Handhabe, um eingreifen zu können. Dabei könnte eine verschärfte Sperrgebietsverordnung gute Dienste leisten.

 
 

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