SPD-Aussteiger Marco Bülow verrät: Als DAS geschah, wäre er nochmal ausgetreten

Marco Bülow war in der SPD. Jetzt ist er Mitglied in der Partei.
Marco Bülow war in der SPD. Jetzt ist er Mitglied in der Partei.
Foto: IMAGO / Political-Moments

Es war eine Entscheidung, die Marco Bülow sicherlich nicht leicht gefallen ist. Am 27. November 2018 verließ der Dortmunder die SPD, saß fortan parteilos im Bundestag.

2020 wurde Marco Bülow dann Mitglied in „Die Partei“. Wir haben mit dem Ex-SPD-Mann über den Wahlkampf gesprochen.

Sie waren lange Zeit in der SPD. Sind dann ausgetreten. Bereut man so einen Schritt, wenn man sieht, dass es jetzt wieder bergauf geht?

Nein, wenn es mir nur um eine Machtoption gegangen wäre, dann wäre ich ja sowieso nicht ausgetreten. Meine Chancen, den Wahlkreis wieder zu gewinnen, wären selbst bei einer SPD mit 14 Prozent ziemlich hoch gewesen. Mir ging es damals um die Inhalte und was sie meines Erachtens verraten hat. Klar profitieren sie jetzt, aber als Olaf Scholz Kanzlerkandidat wurde, wäre ich zum zweiten Mal ausgetreten (lacht).

Wer wird am Ende Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin?

Im Augenblick sieht es schon nach Olaf Scholz aus. Normalerweise würde ich sagen, das ist noch offen, aber bei Armin Laschet kann ich es mir einfach nicht vorstellen. Der macht ja wirklich gar nichts richtig. Dem traue ich auch wirklich gar nichts zu. Also wenn ich Strategieberater wäre und dafür sorgen müsste, dass einer wirklich alles falsch macht, was man falsch machen kann, dann hätte ich ihn genauso beraten.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das noch schafft. Und was viele vergessen: Die Quote der Briefwahl wird dieses Mal 60 Prozent oder sogar mehr betragen. Das heißt, die meisten haben jetzt schon gewählt. Da haben sie natürlich genau in der Zeit gewählt, in der der Aufschwung der SPD und Olaf Scholz kam.

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Das ist Marco Bülow:

  • Marco Bülow wurde am 14. Juni 1971 in Dortmund geboren
  • Seit 2002 gehört er als direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis Dortmund I dem Bundestag an
  • Bis 2018 war Marco Bülow Mitglied der SPD
  • Seit 2020 engagiert sich Marco Bülow für „Die Partei“

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Und die Grünen?

Baerbock glaube ich am Ende auch nicht. Es kann sein, dass die SPD jetzt noch ein, zwei Prozentpunkte runtergeht, es kann sein, dass die Grünen noch zwei hochgehen, das kann alles passieren. Aber die Fluktuation bei den Menschen ist so groß, die Verunsicherung ist so groß. Es geht ja nur noch darum, das kleinere Übel zu wählen. Das heißt, natürlich kann da noch was passieren, aber für mich ist es schwer vorstellbar. Außer es kommt noch eine Bombe bei Olaf Scholz. Das wäre das Einzige – was ich mir vorstellen könnte – was ihm das noch madig machen könnte.

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Da hilft nicht mal mehr ein Laschet-Auftritt im Frühstücksfernsehen?

(lacht) Nein. Ich glaube sogar, es wäre besser, wenn er weniger Auftritte hat.

Man kann ihm aber bei dem Auftritt nichts vorwerfen.

Klar, die Erwartungen sind jetzt niedrig. Ich glaube in diesem Wahlkampf wäre es für jeden besser gewesen, er hätte weniger gemacht. Und da war Scholz der Geschickteste. Er hat nichts gesagt, was wirklich angreifbar war. Da hat er viel von Merkel gelernt, das muss man einfach sagen.

Dies war der zweite Teil unseres großen Interviews mit Marco Bülow. Teil 1 liest du HIER.