SPD Dortmund für Null-Toleranz-Linie in der Nordstadt

Straßen rund um den Nordmarkt. Brennpunkt Nordstadt. WR-Foto: Ralf Rottmann
Straßen rund um den Nordmarkt. Brennpunkt Nordstadt. WR-Foto: Ralf Rottmann
Foto: WR-Ralf Rottmann

Dortmund.. Null Toleranz für kriminelle Clans aus Bulgarien, die Frauen zur Prostitution auf den Straßenstrich schicken und sie im Kofferraum von Autos übernachten lassen. Null Toleranz für Hausbesitzer, die in überfüllten Wohnungen Matratzen vermieten und wöchentlich ihr Geld kassieren. SPD-Parteichef Franz-Josef Drabig weiß sogar von türkischen Gesprächspartnern, die gedroht hätten, „die Sache selber in die Hände zu nehmen, falls die Stadt jetzt nicht eingreift.“

Null Toleranz - das ist die Linie, auf die sich der SPD-Parteivorstand am Mittwochabend mehrheitlich geeinigt hat. Die Schließung des Straßenstrichs ist da für die SPD lediglich ein Teil im großen Nordstadt-Puzzle. „Wer hierhin kommt und sich nicht an die Gepflogenheiten hält, muss spüren, dass wir konsequent durchgreifen“, sagt Drabig.

Das beginne mit Details: Wer im Auto übernachtet, muss mit einer kostenpflichtigen Verwarnung rechnen. Wer ein Gewerbe anmeldet und ihm nachgeht, muss sich auf eine Prüfung gefasst machen. Wer duldet und daran verdient, dass seine Wohnungen hoffnungslos überbelegt sind, muss sich gefallen lassen, dass Sicherheit, Statik und Brandschutz begutachtet werden und dass die Stadt das gesamte Repertoire der Bauvorschriften aus dem Köcher zieht. Wildes Parken, ein vermüllter Fredenbaumpark - all das will die SPD jetzt konsequent bekämpft wissen.

Natürlich kalkulieren die Sozialdemokraten ein, „dass die Entwicklung nicht in drei bis vier Monaten umgedreht sein wird“, wie Drabig sagt. Das gilt vor allem für Projekte wie Wohnungs- und Straßenbau. Wer die Nordstadt für Eigentumsbildung attraktiv machen und gut verdienende Familien dorthin locken will, braucht langen Atem. Auch ein Fonds für modernisierungswillige Hausbesitzer lässt sich nicht eben von heute auf morgen aus dem Boden stampfen.

Verkehrsveränderungen

SPD-Stadtbezirksvorsitzende Marita Hetmeier träumt von einer Schnellbuslinie, die Studenten auf direktem Weg aus der Nordstadt zur Uni bringt. Ob aber ein Ausbau der Stadtbahnlinie U44 bis aufs TKS-Gelände in Kirchderne je realisiert wird, steht in den Sternen. Die ebenfalls geforderten Anwohnerparkzonen, die dem „wilden Parken“ ein Ende bereiten, mögen sich noch am ehesten in die Tat umsetzen lassen - aber der Bau der Nordspange, die den Lkw-Verkehr aus dem Stadtteil entlasten soll, steht ebenso in den Sternen wie der kostenfreie Kindergartenbesuch ab drei Jahren.

Dem jüngsten Einwand von Regierungspräsident Gerd Bollermann, Dortmund möge mit der Schließung des Strichs keinen Alleingang hinlegen, sondern ein Konzept mit den Nachbarstädten entwerfen, vermag Nordstadt-Politikerin Hetmeier wenig abgewinnen. Dazu habe man nun keine Zeit mehr. „Auf ein Konzept zu warten, hieße, erst einmal gar nichts zu tun. Das wäre das vollkommen falsche Signal.“

 
 

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