SPD Dortmund fehlt es an Transparenz und Kommunikation

Foto: ROTTMANN RALF

Dortmund.. Dortmunds SPD wollte es wissen. Wissen, was ihren gut 9000 Mitgliedern im größten Unterbezirk Deutschlands wichtig ist. Welche Themen auf den Nägeln brennen, welche kalt lassen. Wie sie Ortsvereine, Fraktion und Unterbezirk sehen.

Bei den vielen Ergebnissen der Mitgliederbefragung stechen einige hervor: Es hagelt Kritik an Transparenz und Kommunikation. In den Ortsvereinen gibt es mehr aktive Mitglieder als befürchtet. Künftige OB- und Unterbezirks-Kandidaten möchten die Mitglieder am liebsten per Urwahl bestimmen. Und: Externer Sachverstand ist zwar willkommen - „aber am Ende muss die Partei entscheiden“, relativiert Franz-Josef Drabig eine Öffnung.

Die SPD hatte alle Mitglieder aufgerufen, anonym 30 Fragen zu beantworten - rund 900 Fragebögen kamen zurück. Glaubt man den Worten des Unterbezirksbosses blieb ein Bumerang-Effekt aus. Wichtige Erkenntnis für Drabig: „Der Ortsverein ist unverzichtbar.“ Seine wichtigsten Themen für die Mitglieder klar. Platz 1: Stadtteil-Themen (84,5 Prozent), Platz 2 für die Themen, die ganz Dortmund betreffen (77,1 Prozent), Landes- und Bundesthemen rangieren auf hinteren Plätzen.

Immerhin 66,5 Prozent der Befragten nehmen mehrmals im Jahr an Ortsvereins-Veranstaltungen teil - nur knapp 13 Prozent nie. Und: Wer in den Ortsverein geht, fühlt sich und seine Vorschläge auch ernst genommen. Die Zufriedenheit liegt bei 85,5 Prozent.

Zudem schätzen rund 42 Prozent der Genossen, dass in ihrem Ortsverein mindestens sechs bis 15 Mitglieder aktiv sind. Weitere 40 Prozent glauben sogar, dass 16 bis 25 aktive Mitglieder den Laden schmeißen. Deshalb stellen die meisten Befragten (rund 40 Prozent) ihrem Ortsverein die Note „gut“ aus (28,3 Prozent geben ein „befriedigend“).

Dies vor Augen, dürften die Pläne der Jusos, Ortsvereine zugunsten von Arbeitskreisen abzuschaffen, wenig Gehör an der Basis finden. Denkbar seien, wenn überhaupt, Fusionen. Dafür müssten die Ortsvereine aber den Arm heben. „Wenn nicht mehr genug Aktive im Ortsverein sind, müssen wir versuchen, Mitglieder zu remobilisieren“, sagt Drabig. Zwar könne sich der SPD-Frontmann grundsätzlich deutlich weniger Ortsvereine in der Fläche vorstellen, er weiß aber auch um deren Eigenheiten und ihre zentralen Figuren. Räumliche Nähe allein könne da kein Kriterium sein.

Mittelmäßige Zusammenarbeit

Auch das Thema Zusammenarbeit zwischen SPD Dortmund und SPD-Fraktion durften die Mitglieder benoten. Ergebnis: ein „befriedigend plus“. Warum nicht mehr drin war, liegt für Drabig auf der Hand: Die Vorort-Interessen ließen sich nicht immer in Deckung mit der gesamtstädtischen Sicht der Fraktion bringen.

Zwar bewerteten 83 Prozent der Genossen die Arbeit des Unterbezirks als „befriedigend“ bis „sehr gut“, weniger erfreulich für den Unterbezirksvorsitzenden ist aber: Er hat offenbar - wie die SPD-Fraktion auch - ein Kommunikationsproblem.

 
 

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