Sonnenkraft vom Stadiondach - Q.Cells bringt BVB-Kraftwerk an den Start

Von oben gut zu erkennen: die knapp 9000 Solarmodule auf dem Dach des Signal Iduna Parks. Foto: Hans Blossey
Von oben gut zu erkennen: die knapp 9000 Solarmodule auf dem Dach des Signal Iduna Parks. Foto: Hans Blossey
In wenigen Tagen soll die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Signal Iduna Parks in Betrieb genommen werden. Dass die Firma „Q.Cells“, die die Solarmodule auf dem Dach montiert hat, derzeit in großen Zahlungsschwierigkeiten steckt, soll den Betrieb der Anlage aber nicht beeinflussen.

Dortmund. Bald kann es loslegen, das nagelneue BVB-Kraftwerk. Technisch ist die Solaranlage auf dem Stadiondach mittlerweile fertig, wie BVB-Organisationsleiter Christian Hockenjos auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Nur der TÜV und der Brandschutz müssen jetzt noch ihren Segen geben. Wenn alles glatt läuft, soll gegen Ende der kommenden Woche mit der Einspeisung begonnen werden.

Zwei Millionen Euro haben sie gekostet, die knapp 9000 Sonnenkollektoren auf den Dächern der Nord-, West- und Osttribüne. Die Höchstleistung der Anlage liegt bei 924 Kilowatt-Peak. Das bedeutet: Pro Jahr erzeugen die Solarzellen etwa 830 000 Kilowattstunden Strom im Wert von etwa 240.000 Euro – genug, um über 210 Haushalte ein Jahr lang mit Energie zu versorgen. Rein rechnerisch.

Einspeisung und Eigennutzung

Je nach Wetterlage wird ein Teil der erzeugten Energie ins Stromnetz eingespeist, den Rest nutzt der BVB selbst. „Wenn die Sonne kräftig scheint, wird die Anlage deutlich mehr Energie produzieren, als verbraucht wird“, erklärt Christian Hockenjos. „Deshalb werden wir an sonnigen Tagen den größeren Teil der Energie einspeisen. An weniger sonnigen Tagen – so wie im Moment – wird die wenige produzierte Energie für die Eigennutzung verwendet.“

Besonders vielseitig wird diese Eigennutzung aber vermutlich nicht ausfallen. Denn unten im Stadion lauert ein Gefährt, das einen großen Teil der Solarenergie hungrig verschlingen wird: das Rasen-Solarium. Diese Anlage beleuchtet den Stadionrasen regelmäßig mit künstlichem UV-Licht. Dadurch hält er deutlich länger und seine Qualität bleibt durchgehend hoch. Doch es ist ein teurer Luxus. 150 000 Euro kostet der Betrieb des Rasen-Solariums pro Jahr.

Übrigens: Dass die Firma „Q.Cells“, die die Solarzellen auf dem Stadiondach montiert hat, laut Medienberichten derzeit in großen Zahlungsschwierigkeiten steckt, soll keinen Einfluss auf den Betrieb der Anlage haben. Egal wie sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens verändere, mit dem Betrieb habe das nichts zu tun, versichert Christian Hockenjos.

Eines wünschen sich derzeit also bestimmt alle Beteiligten: sonnigere Zeiten.

 
 

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