So würden Dortmunds Kliniken auf Ebola reagieren

Keines der Krankenhäuser in Dortmund kann im Fall der Fälle einen Ebola-Patienten behandeln, auch nicht das größte Krankenhaus in NRW, das Klinikum Dortmund. Zum Einsatz müsste ein Spezial-Rettungswagen kommen. Das städtische Gesundheitsamt warnt vor Panikmache.

DORTMUND. Die Sicherheitsstandards für die Isolation eines Ebola-Kranken sind für die Dortmunder Krankenhäuser einfach zu hoch. Ein in Hörde stationierter Spezial-Rettungswagen müsste den Patienten in eine Klinik in Düsseldorf bringen.Das Fahrzeug wurde 2006 angeschafft und wurde bisher etwa für den Transport bei offener Tuberkulose benutzt.Die Abluft wird über eine Verbrennungsanlage nach außen geführt, so dass sie keimfrei wird.

Klinikum: Isolierraum und Untersuchung

Privatdozent Dr. Bernhard Schaaf, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik Nord am Klinikum (zuständig unter anderem für Infektiologie), erklärte auf Anfrage: "Sollte ein Patient mit verdächtigen Symptomen bei uns in die Notaufnahme kommen, muss er in einen dann eigens für ihn reservierten Raum. Dort erfolgt eine eingehende Anamnese, bei der auch geprüft wird, ob er zum Beispiel kürzlich in Westafrika war. Eine letztendliche Sicherheit, dass Ebola vorliegt, lässt sich nur durch eine Blutentnahme feststellen."

Wenn das Blut entnommen worden sei und sich der Verdacht bestätigt hätte, würde das Gesundheitsamt informiert, so der Chefarzt - vor dem Weitertransport in dem Wagen der Feuerwehr an eine Spezialabteilung nach Düsseldorf. Für das Personal im Klinikum gebe es bei infektiösen Patienten spezielle Schutzanzüge, die auch in einem Ebola-Fall zum Einsatz kämen, erklärt Klinikum-Sprecher Marc Raschke.

Gesundheitsamt: Bloß keine Panik

Gesundheitsamts-Chefin Dr. Annette Düsterhaus ist besorgt. Nicht wegen der möglichen Verbreitung der Seuche in Deutschland, sondern wegen der um sich greifenden Angst und Panikmache. Sie spricht in diesem Zusammenhang bereits von einer "Katastrophe".
Die Amtsärztin stellt aber ganz deutlich heraus: "Die Chance, dass ich sechs Richtige im Lotto habe, ist größer, als dass in Dortmund ein Ebola-Kranker auftaucht." Um sich mit dem Ebolavirus anzustecken, brauche es engen Körperkontakt mit einem Infizierten, der bereits heftige Krankheitssymptome wie hohes Fieber zeige. Dabei müsse man mit Körpersekreten des Erkrankten in Berührung kommen.

Ulrike Böhm-Heffels