So will Dortmund der Kommunalaufsicht entwischen

Gaby Kolle
Dortmunds Kämmerer Jörg Stüdemann will die Haushaltssicherung verhindern.
Dortmunds Kämmerer Jörg Stüdemann will die Haushaltssicherung verhindern.
Foto: WR/Franz Luthe
Um den städtischen Haushalt in der Spur zu halten, hat Dortmunds Kämmerer die erste Sparrunde nach der Sommerpause eingeläutet. Die Ämter haben noch mal 12,5 Millionen Euro zusammengekratzt. Dramatische Einsparungen soll es nicht geben. Einige "Bewirtschaftungsmaßnahmen" hat der Kämmerer benannt.

Dortmund. Die Stadt Dortmund will finanziell handlungsfähig bleiben und nicht am Ende am Gängelband der Kommunalaufsicht in Arnsberg hängen. Kämmerer Jörg Stüdemann hat darum ein Sparpaket von mindestens 15 Millionen Euro geschnürt. Ansonsten droht die Haushaltssicherung. Dann könnte die Stadt nur noch gesetzliche Pflichtaufgaben finanzieren. Deshalb soll eine zweite Sparrunde folgen.

Unter anderem soll eine neue Steuer Geld in die Kasse spülen. Das Jugendamt hingegen muss sparen. Auch im Kulturbereich soll es zu Einschnitten kommen.

So will die Stadt zum Beispiel sparen oder auch mehr Geld einnehmen:

  • Das Theater hat in diesem Jahr mehr Geld als erwartet eingenommen. Damit sollen einmalig die Kosten für die Tariferhöhung der Orchestergehälter bezahlt werden. Das seien etwa 300.000 Euro, sagt Kämmerer Jörg Stüdemann.
  • Einige freie Stellen im Kulturbereich sollen erst einmal nicht besetzt werden. Dazu gehören auch Leitungspositionen.
  • Bei der Sanierung des Dietrich-Keuning-Hauses kann die Stadt Rückstellungen für Brandschutzarbeiten auflösen. Das spart zumindest in der Bilanz einige Positionen.
  • Ein Plus von jährlich mehreren Hundertausend Euro erwartet Stüdemann von der Wettbüro-Steuer, die der Rat voraussichtlich am 2. Oktober verabschieden wird.
  • Da bis Jahresende nicht alle neu gebauten Kitas wie geplant fertig ausgestattet sind, wird beim Jugendamt Geld eingespart. Damit wiederum will die Stadt Mehrausgaben bei der Jugendhilfe decken.
  • Externe Einstellungen will die Stadt auf das absolute Minimum reduzieren.
  • Bei der Vergnügungssteuer für die Automatennutzung schreibt die Stadt noch eifriger Bescheide als bisher.