So planen die Gegendemonstranten die Blockade

DerWesten
Die Gegendemonstranten  planen Polizeiabsperrungen zu durchbrechen.
Die Gegendemonstranten planen Polizeiabsperrungen zu durchbrechen.
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund/Berlin. Der Nazi-Aufmarsch am 3. September in Dortmund rückt näher und näher. Nun hat das Aktionsbündnis „Dortmund stellt sich quer“ auf ihrer Homepage ihren Blockadeplan veröffentlicht. Sie kündigen an, notfalls Polizeiabsperrungen zu umgehen.

Drei Wochen vor dem Aufmarsch der Neonazis am Samstag, den 3. September 2011, nehmen die Blockadepläne der Gegendemonstranten konkrete Formen an. Das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ hat auf seiner Homepage eine Aktionskarte online gestellt. Dort ist in einer so genannten roten Zone das vermeintliche Aufmarschgebiet der Neonazis eingezeichnet.

Außerdem sind für die Antifa-Anhänger Treff- und Blockadepunkte markiert. Von den Sammelpunkten aus wollen sich die Nazi-Gegner auf den Weg zu ihren Blockadepunkten machen. Ihr Ziel ist es, den Nazi-Aufmarsch zu verhindern.

Vorbild G8-Gipfel

Notfalls wollen die Antifaschisten zu diesem Zwecke Polizeiabsperrungen umgehen oder „durchfließen“, wie es auf der Homepage von „Dortmund stellt sich quer“ heißt. Ein Sprecher des Bündnisses konkretisierte dies auf Anfrage: „Von uns aus wird keine Eskalation ausgehen. Nicht die Polizei ist an diesem Tag unser Gegner. Trotzdem werden wir entschlossen vorgehen und versuchen, an mögliche Polizeiketten vorbeizukommen.“ Die Demos zum G8-Gipfel in Heiligendamm und die Blockade einer Nazi-Demo in Dresden dienen als Vorbild, sagte der Sprecher.

Die Dortmunder Polizei reagiert gelassen auf diese Informationen. Man werde alle Erkenntnisse, die sich im Vorfeld ergeben, in die Einsatzplanung einfließen lassen, sagte die Polizei auf DerWesten-Anfrage. Die Angaben des Aktionsbündnisses zur Streckenführung der Nazis wolle man weder bestätigen noch dementieren, hieß es.

Versammlungsgesetz untersagt Pfefferspray

Ebenso verhalte es sich mit den Informationen, die aus den Kreisen der Rechtsextremen bekannt wurden. Wie am Mittwoch (17. August 2011) berichtet, könnte es sein, dass Berliner Neonazis womöglich mit Pfefferspray ausgestattet in Dortmund anreisen. Der Berliner Nazi-Shop „Hexogen“ verkauft Bustickets zur Anreise und verschenkt zusätzlich jeweils eine Dose Pfefferspray.

Das Mitführen gefährlicher Gegenstände wird jedoch durch das Versammlungsgesetz untersagt. Natürlich könne man dies erst vor Ort feststellen, hieß es aus Kreisen der Polizei. Nähere Angaben machte die Polizei diesbezüglich nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass die Dortmunder Polizei dieser Situation mit schärferen Personenkontrollen begegnet.