So entsteht Dortmunds neuer Hauptbahnhof

Die letzten Hürden sind genommen, die Finanzierung steht, die Plangenehmigung ist erteilt - langsam nehmen die Pläne der Bahn für den lang ersehnten barrierefreien Umbau des Dortmunder Hauptbahnhofs Formen an. Der soll im März 2017 beginnen und bis 2024 dauern. Wir geben einen Überblick, wie der Umbau ablaufen soll.

Dortmund. Beim Rundgang durch den Hauptbahnhof Dortmund stellte die Deutsche Bahn AG am Dienstag die Pläne erstmals im Detail vor. Als Meilenstein sehen die Planer der Bahn AG die Plangenehmigung, die das Eisenbahn-Bundesamt vor wenigen Wochen erteilt hat.

So soll es jetzt weitergehen:

2016: Ausschreibungen und Detailplanungen

2016 ist Zeit für die weitere Detailplanung. Unter anderem geht es dabei um die Abstimmung mit den Planungen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX). Vor allem werden die Ausschreibungen vorbereitet. Die ersten Bauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte 2016 ausgeschrieben werden, kündigt Projektleiterin Nicole Becker an. Weil europaweit ausgeschrieben werden muss, dauern die Verfahren etwa ein halbes Jahr.

2017: Technische Vorbereitungen

Im März 2017 sollen die ersten Arbeiten beginnen. Die werden für Bahnkunden aber kaum sichtbar sein, weil es erst einmal um technische Vorbereitungen geht, kündigt Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer an. So müssen beispielsweise Wasserleitungen neu verlegt werden.

2018: Der Umbau der Bahngleise beginnt

Mitte 2018 wird es eng im Bahnhof. Dann beginnt der Umbau des ersten Bahnsteigs. Nach dem aktuellen Plan der Bahn will man sich von Norden nach Süden vor arbeiten. Jeweils ein Bahnsteig wird dann komplett gesperrt. Die Bahnsteige werden komplett neu gestaltet - vom Boden über das "Mobiliar" bis zu den Dächern. Vor allem soll es Einrichtungen für Sehbehinderte geben. Denn Barrierefreiheit ist das oberste Ziel bei der Umgestaltung.

Wichtigste Maßnahme dazu: Alle Bahnsteige sind künftig mit Rolltreppen und Aufzügen erreichbar. Die Aufzüge stehen in der Mitte des Fußgängertunnels unter den Gleisen, der dazu um vier Meter auf 13,20 Meter verbreitert wird. Während der Bauarbeiten bleibt für Fußgänger dann jeweils eine Art "Löwengang" von 5,60 Metern Breite.

2023: Nahverkehrs-Bahnsteige bekommen Dächer

Im Jahr 2023 soll der Umbau der Bahnsteige abgeschlossen sein. Auch die Nahverkehrs-Kopfbahnsteige an der Südseite bekommen dann übrigens Dächer.

2024: Gläserne Verteilerhalle im Norden

Im Jahr 2024 wird der Schlusspunkt des Bahnhofsumbaus ganz im Norden gesetzt. Als Verknüpfung zwischen Bahnhofs-Tunnel und U-Bahn-Station Hauptbahnhof entsteht eine gläserne Verteilerhalle, in der auch Platz für zwei Geschäfte ist. Und selbstverständlich bekommt auch der Aufgang zum Bahnhofstunnel eine Rolltreppe und einen Aufzug.

Und was kostet das alles?

Am Ende wird Dortmund einen Bahnhof haben, der dem Status eines Bahnhofs für eine so große Stadt gerecht wird", verspricht Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer.

Die Kosten für den Bahnhofsumbau werden inklusive Planung auf 130,5 Millionen Euro beziffert. 73,2 Millionen kommen aus verschiedenen Fördertöpfen des Bundes, 51,3 Millionen Euro vom Land. Die Bahn selbst ist mit 6 Millionen Euro dabei.

Oliver Volmerich