Sierau legt Einkünfte aus Nebentätigkeiten offen

Michael Kohlstadt
Legte seine Nebeneinkünfte offen: Dortmunds OB Ullrich Sierau.
Legte seine Nebeneinkünfte offen: Dortmunds OB Ullrich Sierau.
Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.  Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat als erstes hauptamtliches Stadtoberhaupt Dortmunds seine Einkünfte aus Nebentätigkeiten der Allgemeinheit offengelegt. Ein Verwaltungspapier mit den entsprechenden Vergütungen des OB wird dem Rat am 31. März im öffentlichen Teil seiner Sitzung vorgelegt.

Danach hat Sierau aus seinen Tätigkeiten in diversen Aufsichts-, Bei- und Verwaltungsräten im vergangenen Jahr Entgelte von insgesamt 34 817,80 Euro erhalten. Davon musste er im Rahmen der Nebentätigkeitsverordnung knapp 12 200 Euro an die Stadt abführen. Unterm Strich konnte der OB, der als hauptamtlicher Oberbürgermeister monatliche Dienstbezüge von knapp 11 000 Euro bezieht, im vergangenen Jahr exakt 22 643,04 Euro hinzuverdienen.

Den größten Teil seiner zusätzlichen Sitzungsgelder erhielt Sierau als Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglied der zwei Schüchtermann-Stiftungen (Familie und Kliniken) mit zusammen rund 17 000 Euro. 5250 Euro Vergütung gab’s als Mitglied im Beirat der RWE AG. Im Verwaltungsrat der Sparkasse erhielt der OB 3780 Euro, sein Aufsichtsratsposten bei den Stadtwerken wurde ihm mit 3230 Euro vergütet, beim Klinikum gab es dafür 2210 Euro. Sierau sitzt auch im Beirat der Provinzial Holding, wofür er 2000 Euro erhielt.

29 Nebenjobs ohne Vergütung

In dem Papier aufgelistet sind außerdem die Nebentätigkeiten aus dem Jahr 2009, für die Sierau als Oberbürgermeister nachträglich noch rund 1300 Euro erhielt. Darüber hinaus listet die Vorlage all jene 29 weiteren Nebenjobs auf, für die der OB keinerlei Vergütung erhielt. So ist er Mitglied im BVB-Wirtschaftsrat, sitzt im Bau- und Verkehrsausschuss des Deutschen Städtetages, hat aber auch exotischere Ehrenämter übernommen wie die Präsidentschaft der Deutsch-Marokkanischen Gesellschaft.

Zur Offenlegung seiner Nebeneinkünfte ist Sierau nicht verpflichtet. Es gibt lediglich eine Anzeigepflicht im Rahmen des so genannten Korruptionsbekämpfungsgesetzes NRW. Sieraus Vorgänger Gerhard Langemeyer hatte seine Zusatzeinkünfte stets unter Verschluss gehalten.